Krise bei SYRIZA: 9 Abgeordnete zurückgetreten
In Griechenland sind neun Abgeordnete, darunter zwei Türken aus Westthrakien, aus der größten Oppositionspartei Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) ausgetreten.
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SYRIZA-Abgeordnete, darunter auch ehemalige Minister aus der Regierungszeit der Partei, haben ihre Rücktrittsentscheidung dem Parteisekretariat übermittelt.
PARTEI WIRD 'RECHTSDRALL' VORGEWORFEN
Die zurückgetretenen Abgeordneten sind: Efi Achtsioglou, Sia Anagnostopoulou, Nasos Iliopoulos, Dimitris Tzanakopoulos, Meropi Tzoufi, Theano Fotiou, Alexis Charitsis, Hüseyin Zeybek und Özgür Ferhat.
In ihrer Erklärung erinnerten die Abgeordneten daran, dass die Parlamentswahlen im Mai und Juni die Partei Nea Dimokratia stark an die Macht gebracht hätten, und erklärten, dass sich die politische Achse im Land nach rechts und rechtsaußen verschoben habe.
ANZAHL DER SITZE AUF 36 GESUNKEN
In der Erklärung wurde zudem behauptet, dass SYRIZA eine Zersplitterungskrise erlebe: „Der neue Parteichef und die Führungsebene weigern sich, den politischen Kern des Problems zu erfassen und zu diskutieren. (Stefanos Kasselakis) wurde demokratisch gewählt, setzt seinen Weg jedoch auf antidemokratische Weise fort. Er spaltet die Partei.“
Bei den Parlamentswahlen im Juni 2023 hatte SYRIZA im 300 Sitze umfassenden Parlament 47 Mandate gewonnen. Zwei Abgeordnete hatten die Partei bereits Anfang November verlassen. Mit diesen jüngsten Rücktritten ist die Anzahl der Sitze der Partei im Parlament auf 36 gesunken.
KASSELAKIS' PARTEIKARRIERE
Bei den Präsidentschaftswahlen innerhalb von SYRIZA im September hatte sich Kasselakis gegen seine engste Konkurrentin Achtsioglou durchgesetzt und den Parteivorsitz übernommen.
Kasselakis, der zuvor weder als Abgeordneter noch als Minister tätig war, war erst 2021 mit SYRIZA in Kontakt gekommen.
Auf Einladung des ehemaligen SYRIZA-Chefs Alexis Tsipras, der die Partei 2015 an die Macht geführt hatte, kandidierte Kasselakis bei den Parlamentswahlen im Mai und Juni 2023 als Abgeordneter, schaffte es jedoch nicht, in das Parlament einzuziehen.