Künstliche Intelligenz bestimmte Ziele bei US-Operation gegen den Iran

Es wurde bekannt, dass die US-Armee bei den Angriffen auf den Iran fortschrittliche Technologien der künstlichen Intelligenz einsetzte und innerhalb der ersten 24 Stunden tausend Ziele mithilfe dieser Systeme traf.

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Wie Euronews berichtet, erklärten Quellen gegenüber der amerikanischen Zeitung Washington Post, dass das Pentagon am ersten Tag des Angriffs eines der fortschrittlichsten KI-Tools einsetzte, das jemals in einem Krieg verwendet wurde. Die von der US-Armee genutzte Infrastruktur namens Maven Smart System (MSS) wurde von dem Data-Mining-Unternehmen Palantir entwickelt. Das System, das riesige Mengen an vertraulichen Daten aus Satellitenbildern, Überwachungsnetzwerken und anderen Geheimdienstquellen analysiert, unterstützt militärische Operationen durch Zielerfassung und Priorisierung in Echtzeit.

Claude bestimmte die Ziele

Es wurde angegeben, dass im Zentrum des Systems das von dem KI-Unternehmen Anthropic entwickelte Sprachmodell Claude steht. Quellen zufolge schlug das Claude-gestützte Maven-System bei der Vorbereitung der Angriffspläne auf den Iran Hunderte möglicher Ziele vor, ermittelte deren exakte Koordinaten und ordnete sie nach ihrer strategischen Bedeutung. Das System ist zudem in der Lage, die Auswirkungen der Operation vor Ort nach Beginn der Angriffe zu analysieren.

Demgegenüber hatte US-Präsident Donald Trump am Samstag, Stunden vor Beginn der Angriffe, angekündigt, die Nutzung der Tools von Anthropic in Bundesbehörden zu verbieten. Hintergrund der Entscheidung war, dass das Unternehmen den Einsatz von KI bei der massenhaften internen Überwachung und bei vollautonomen Waffensystemen nicht genehmigte. Es heißt, das Pentagon werde diese Tools weiterhin nutzen, bis die neuen Ersatzsysteme ihre volle Kapazität erreicht haben.

"Der Prozess der Zielbestimmung hat auf Maschinengeschwindigkeit umgestellt"

Der Experte Paul Scharre von der in den USA ansässigen Denkfabrik Center for a New American Security bewertete diesen radikalen Wandel, den die künstliche Intelligenz auf dem Schlachtfeld herbeigeführt hat, mit folgenden Worten:

"Künstliche Intelligenz ist kein theoretisches Konzept mehr, sondern ein Werkzeug, das reale Operationen unterstützt. Die größte Veränderung besteht darin, dass die Prozesse der Zielbestimmung von menschlicher Geschwindigkeit auf Maschinengeschwindigkeit umgestellt wurden."

Scharre wies darauf hin, dass künstliche Intelligenz bei Entscheidungen über Leben und Tod Fehler machen könne, und betonte, dass das System unbedingt unter menschlicher Aufsicht bleiben müsse.