Luxusyacht vor Sizilien gekentert: Britischer Milliardär vermisst
Vor der Küste der italienischen Stadt Palermo ist eine 56 Meter lange Luxus-Segelyacht gesunken. Berichten zufolge werden sechs Personen vermisst, darunter der berühmte Geschäftsmann Mike Lynch, der als „britischer Bill Gates“ bekannt ist.
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Vor der Küste der italienischen Insel Sizilien laufen derzeit Such- und Rettungsmaßnahmen nach dem britischen Technologie-Milliardär Mike Lynch und seiner 18-jährigen Tochter, die sich auf einer gesunkenen Luxusyacht befanden.
Am frühen Montagmorgen sank die 56 Meter lange Yacht namens Bayesian infolge eines schweren Sturms, der eine Wasserhose auf dem Meer ausgelöst hatte.
Von den 22 Personen an Bord – Briten, Amerikaner und Kanadier – konnten 15 gerettet werden. Eine Person kam ums Leben. Unter den Geretteten befindet sich auch ein einjähriges britisches Baby.
DER BRITISCHE BILL GATES
Das Softwareunternehmen Autonomy, das Lynch als „britischer Bill Gates“ mitbegründet hatte, wurde vom Technologiegiganten Hewlett-Packard für 11 Milliarden Dollar aufgekauft.
Wie aus einem Bericht von BBC Türkçe hervorgeht, schilderten Augenzeugen gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa, dass die Yacht vor Anker lag, als der Sturm aufzog. Dadurch sei der Mast gebrochen, woraufhin das Schiff das Gleichgewicht verlor und vor der Küste der Stadt Porticello, nahe der sizilianischen Hauptstadt Palermo, sank.
Taucher haben das Wrack in 50 Metern Tiefe lokalisiert; die Suche nach den Vermissten dauert an. Neben Lynch und seiner Tochter Hannah Lynch wird auch der Koch der Yacht vermisst. In der Nähe des Wracks wurde eine leblose Person gefunden, deren Identität jedoch noch nicht bekannt gegeben wurde. Es wurde mitgeteilt, dass die Yacht namens Bayesian Lynch’s Ehefrau Angela Bacares gehörte und diese gerettet werden konnte.
'VIELE MENSCHEN SCHRIEN'
Die 35-jährige Mutter Charlotte Golunski berichtete der Nachrichtenagentur Ansa, dass sie ihre einjährige Tochter für einige Sekunden im Meer verloren hatte, sie dann aber wieder in die Arme schließen konnte:
„Für zwei Sekunden habe ich meine kleine Tochter im Meer verloren, aber dann konnte ich sie sofort wieder in die Arme schließen, als die Wellen kamen. Ich habe sie ganz fest an mich gedrückt, während das Meer aufgewühlt war. Viele Menschen schrien.“
Der Arzt Domenico Cipolla, der die Geretteten behandelte, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Passagiere im Krankenhaus „sehr erschöpft seien und ständig weinend nach ihren vermissten Freunden fragten“.
FÜR ARBEITSKOLLEGEN ORGANISIERT
Es wurde angegeben, dass die Reise von Lynch für seine Arbeitskollegen organisiert worden war. Es wird vermutet, dass der Name der Yacht vom Bayes-Theorem stammt, das die Grundlage für Lynchs Doktorarbeit und sein Softwareunternehmen bildete.
Nachdem der Sturm gewütet hatte, war ein in der Nähe befindliches Schiff unter niederländischer Flagge das erste Fahrzeug, das zur Rettung eilte.
Der Kapitän des Schiffes, Karsten Borner, berichtete gegenüber Reuters, dass sie nach dem Abklingen des Sturms bemerkt hätten, dass die Yacht, die sich zuvor hinter ihnen befunden hatte, verschwunden war.
Er fügte hinzu, dass sie bei ihrem Eintreffen am Unglücksort ein Rettungsfloß mit 15 Personen entdeckten. Ein Fischer, der ebenfalls mit der Nachrichtenagentur sprach, gab an, dass ein von einer anderen Yacht entsandtes Schlauchboot zur Rettung aufgebrochen sei.
Acht der Überlebenden werden derzeit im Krankenhaus behandelt. Seit Mitte letzter Woche kommt es im westlichen Mittelmeer zu sehr schweren Stürmen.