Machtkampf in Zentralasien: Der Einfluss von EU und China sowie die Position der Türkei
Während Zentralasien aufgrund seiner Ressourcen und seines Potenzials zunehmend Aufmerksamkeit auf sich zieht, bleibt die Frage, welche Rolle die Türkei in dieser Region spielen wird. Wirtschaftliche Schwierigkeiten und innenpolitische Spannungen erschweren die Bemühungen der Türkei, ihren Einfluss in der Region auszubauen.
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Der Präsident der Großen Nationalversammlung der Türkei, Numan Kurtulmuş, sprach auf der Konferenz zum Thema „Jugend als aufgehender Stern der türkischen Welt: Unser gemeinsames Erbe, unsere gemeinsame Zukunft“, die in der usbekischen Stadt Chiwa stattfand.
Kurtulmuş betonte, dass die weltweiten Entwicklungen der letzten Jahre die türkische Welt zu einem aufgehenden Stern gemacht hätten.
DIE HALTUNG DER TÜRKISCHEN STAATEN ZU ZYPERN
Die Mitgliedsländer der Organisation der Turkstaaten unterzeichneten nach dem ersten EU-Zentralasien-Gipfel eine Erklärung zugunsten von Südzypern. Dies sorgte für Aufsehen, da es den Erwartungen widersprach, sie könnten in der Vergangenheit die Türkische Republik Nordzypern anerkennen. Der ehemalige usbekische Außenminister Wladimir Norow erklärte, dass Usbekistan am Prinzip der Achtung der territorialen Integrität festhalte.
DIE ZENTRALASIEN-STRATEGIE DER EU
Die Europäische Union hat mit vier Ländern Zentralasiens – mit Ausnahme von Turkmenistan – Abkommen über eine verstärkte Partnerschaft und Zusammenarbeit (EPCA) unterzeichnet. Zudem startete sie 2021 das Projekt „Global Gateway“ als Alternative zu Chinas „Neue Seidenstraße“-Initiative. Die EU hat zugesagt, 10 Milliarden Euro in Projekte der Transkaspischen Internationalen Transportroute zu investieren, und kündigte auf dem letzten Gipfel ein neues Investitionspaket in Höhe von 12 Milliarden Dollar an.
CHINAS EINFLUSS IN DER REGION
China ist der größte Handelspartner in Zentralasien. Im Jahr 2023 stieg das Handelsvolumen zwischen China und den zentralasiatischen Ländern um 27 Prozent auf 89,4 Milliarden Dollar. Auf dem China-Zentralasien-Gipfel in Xi'an versprach China den Ländern der Region Finanzhilfen und Unterstützung in Höhe von 26 Milliarden Dollar.
DIE ZENTRALASIEN-POLITIK DER TÜRKEI
Die Türkei strebt mit der Erklärung von Samarkand eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit in Zentralasien an. Der 2022 gegründete Türkische Investitionsfonds ist ein konkretes Beispiel für diese Bemühungen. Die wirtschaftliche und politische Instabilität der Türkei begrenzt jedoch ihren Einfluss in der Region. Es wird davon ausgegangen, dass die Türkei ihre demokratischen Standards in der Innenpolitik sowie ihre wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit stärken muss. Dieser Wandel erscheint unvermeidlich, damit die Türkei eine aktivere Rolle in Zentralasien übernehmen kann.