Mann hielt Nachbarn 28 Jahre lang in seinem Haus gefangen und wurde festgenommen

In Algerien wurde ein Mann festgenommen, der einen seiner Nachbarn seit 1996 in seinem Haus gefangen gehalten haben soll.

AA

Der Justizrat der Provinz Djelfa, 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Algier, gab eine schriftliche Erklärung zu dem Vorfall ab.

In der Erklärung des Rates wurde festgehalten, dass eine Person am 12. Mai bei der Generalstaatsanwaltschaft Anzeige erstattete, mit der Behauptung, ihr seit fast 30 Jahren vermisster Bruder befinde sich in einem Schafstall im Haus eines Nachbarn in der Stadt El-Guedid.

Nach der Anzeige wurde eine umfassende Untersuchung eingeleitet und die Kriminalpolizei begab sich zu dem betreffenden Haus. Bei der Durchsuchung wurde die vermisste Person gefunden und der 61-jährige Besitzer des Hauses festgenommen, hieß es in der Erklärung.

FAMILIE GLAUBTE, ER SEI VON BEWAFFNETEN GRUPPEN ENTFÜHRT WORDEN

Die Staatsanwaltschaft habe angewiesen, dem Opfer medizinische und psychologische Betreuung zukommen zu lassen und den Verdächtigen unmittelbar nach Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft vorzuführen. Der Vorfall werde mit der gesetzlich vorgeschriebenen Sorgfalt verfolgt, hieß es weiter.

In den sozialen Medien des Landes wurden Fotos und Videos geteilt, die den Gefangenen in einem tragischen Zustand zeigen, bekleidet mit alter Kleidung und mit langem Bart.

Aktivisten veröffentlichten auf Social-Media-Plattformen zudem ein Video, das den Moment zeigt, in dem die gefangen gehaltene Person in einer mit Stroh bedeckten Grube gefunden wurde.

Nach Angaben von Aktivisten wurde Omar bin Omran, der 1996 im Alter von 16 Jahren entführt worden war, in der Nacht zum 13. Mai im Haus seines Nachbarn in einer mit Stroh bedeckten Grube in einem Schockzustand und unfähig zu sprechen aufgefunden.

Aktivisten zufolge glaubte die Familie von Bin Omran, dass er in den 1990er Jahren von bewaffneten Gruppen, die damals in Algerien aktiv waren, entführt und ermordet worden sei.