Mann mit festgestelltem Hirntod wachte während der Organentnahme auf
Im US-Bundesstaat Kentucky haben Chirurgen beschlossen, eine Operation abzubrechen, nachdem ein Mann, dessen Hirntod zuvor festgestellt worden war, plötzlich aufwachte, als seine Organe entnommen werden sollten. Es stellte sich heraus, dass der Mann bereits während der Operation Lebenszeichen zeigte, was landesweit eine Debatte über Organspendeverfahren und die Kriterien für die Feststellung des Todes in Krankenhäusern neu entfachte.
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Der Vorfall im US-Bundesstaat Kentucky wirft Fragen zur Zuverlässigkeit der in Organspendesystemen verwendeten Protokolle auf. Die Whistleblowerin Nyckoletta Martin brachte den Fall bei einer Anhörung des Energie- und Handelsausschusses des US-Repräsentantenhauses im September über das Organspende- und Transplantationssystem zur Sprache.
Wie die Wissenschaftsseite Science Alert unter Berufung auf den US-amerikanischen Rundfunksender NPR (National Public Radio) berichtet, wurde in den Notizen festgehalten, dass der Spender während eines klinischen Tests vor der Herztransplantation Lebenszeichen zeigte. Martin erklärte gegenüber NPR: „Der Spender wachte an jenem Morgen während des Eingriffs zur Herzkatheteruntersuchung auf und bewegte sich auf dem Tisch.“
Der 36-jährige Anthony Thomas 'TJ' Hoover II wurde nach einer Überdosis in das Baptist Health Hospital in Richmond, Kentucky, eingeliefert, erlitt einen Herzinfarkt und wurde für hirntot erklärt. Nachdem er von den lebenserhaltenden Geräten genommen worden war, wurden Vorbereitungen für die Organspende getroffen.
TJs Schwester, Donna Rhorer, gab jedoch an, dass sie gesehen habe, wie ihr Bruder beim Transport in den Operationssaal die Augen öffnete und sich umsah. Rhorer erklärte, das Krankenhauspersonal habe dies als „häufig vorkommenden Reflex“ abgetan.
Im weiteren Verlauf des Vorfalls kam es im Operationssaal zu großer Bestürzung, als TJ auf dem Operationstisch deutlichere Bewegungen machte und „sichtbar weinte“. Laut dem Bericht von NPR beschlossen die Chirurgen daraufhin, den Eingriff abzubrechen.
Die für die Organerhaltung zuständige Natasha Miller sagte gegenüber NPR: „Der operierende Chirurg sagte: ‚Ich bin raus, ich möchte mit dieser Situation nichts zu tun haben‘.“ Miller beschrieb, dass im Operationssaal Chaos herrschte und alle Beteiligten zutiefst erschüttert waren.
PROTOKOLLE ZUM HIRNTOD IN DER DISKUSSION
Die Möglichkeit, dass Fehler wie in diesem Fall auftreten, löst in der Öffentlichkeit Besorgnis aus. Gleichzeitig gehören Ungleichheiten bei Spenden, lange Wartezeiten und die Verschwendung gespendeter Organe zu den Kritikpunkten an den bestehenden Netzwerken.