Massaker-Vorwürfe in Syrien rufen USA und Russland auf den Plan: UN-Sicherheitsrat tritt heute zusammen

Die USA und Russland haben den UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen, um die Gewalttaten in Syrien zu erörtern. Die Sitzung soll heute stattfinden.

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Die Angriffe dschihadistischer Gruppen auf Aleviten in der syrischen Stadt Latakia haben in der internationalen Gemeinschaft für Empörung gesorgt. Das US-Außenministerium verurteilte die Vorfälle und betonte, man stehe an der Seite der ethnischen Minderheiten in Syrien. Das russische Außenministerium teilte mit, dass Syrer auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim Zuflucht gesucht hätten, und rief dazu auf, die Angriffe auf Zivilisten zu stoppen. Beide Länder haben den UN-Sicherheitsrat zu einer „dringenden“ Sitzung einberufen, um die Lage in Syrien zu beraten.

Am 7. und 8. März kam es in den westlichen und nördlichen Regionen Syriens zu heftigen Kämpfen. Die syrische Übergangsregierung entsandte mehr als 55.000 Kämpfer nach Latakia und Tartus. Es wird berichtet, dass die Angriffe auf Zivilisten in der Region zugenommen haben. Der UN-Sondergesandte für Syrien, Geir Pedersen, äußerte sich zutiefst besorgt über die zivilen Opfer und rief alle Parteien zur Mäßigung auf.

Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP sollen bei den Angriffen bewaffneter Gruppen, die der Übergangsregierung nahestehen, mehr als 1.000 Zivilisten ums Leben gekommen sein. Es wurde gemeldet, dass die gesamte Bevölkerung von Baniyas, wo die alevitische und sunnitische Bevölkerung etwa gleich stark vertreten ist, massakriert worden sei.

Syrische Medien berichteten, dass die Kämpfe zwischen der Hai'at Tahrir asch-Scham (HTS) und oppositionellen Gruppen in Latakia seit vier Tagen andauern. Syrische Journalisten berichteten von einer Zunahme von Hinrichtungen, Folterungen und Entführungen von Zivilisten.

INTERNATIONALE REAKTIONEN AUF MASSAKER-VORWÜRFE

Die Außenministerien nahöstlicher und westlicher Staaten verurteilten die Angriffe auf Zivilisten in offiziellen Erklärungen. Das irakische Außenministerium verurteilte die Vorfälle und betonte die Notwendigkeit, Zivilisten zu schützen. Laut Berichten in der irakischen Presse haben Geheimdienste der Regierung empfohlen, in Syrien zu intervenieren.

Das US-Außenministerium erklärte zu den Ereignissen in Latakia, man verurteile die Angriffe auf Zivilisten und äußerte sich wie folgt:

„Die USA verurteilen die radikal-islamistischen Terroristen, die im Westen Syriens Zivilisten massakrieren. Wir sprechen den Familien der Verstorbenen unser Beileid aus. Wir stehen an der Seite der ethnischen Minderheiten in Syrien.“

Das deutsche Außenministerium verurteilte die Gewalttaten in den syrischen Regionen Tartus, Latakia und Homs und erklärte:

„Die Tötung von Zivilisten und Gefangenen ist schockierend. Die syrische Regierung ist verpflichtet, Angriffe zu verhindern und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“

Das saudi-arabische Außenministerium unterstützte die HTS und erklärte: „Wir verurteilen die Verbrechen illegaler Gruppen und die Angriffe auf Sicherheitskräfte.“

SCHARA WARNT VOR „PROVOKATIONEN“

Bei einem Angriff im Bezirk Dschabla in Latakia am 6. März kamen mindestens 11 Sicherheitskräfte ums Leben. Nach dem Angriff entsandte die syrische Armee Verstärkung in die Region. Bei den Operationen sollen mehr als 50 Sicherheitskräfte getötet worden sein.

Der Präsident der syrischen Übergangsregierung, Ahmed al-Schara, behauptete, die Lage sei unter Kontrolle, und erklärte:

„Unsere Sicherheitskräfte müssen wachsam gegenüber Provokationen sein. Wir müssen Extremismus vermeiden.“