Mehr als 3 Millionen Kinder im Sudan könnten an Infektionskrankheiten erkranken: Kritische Warnung der UN

Im Sudan, wo seit Jahren ein Bürgerkrieg herrscht, breitet sich weiterhin die Cholera aus. Bisher sind mehr als 500 Menschen an der Epidemie gestorben. Die UN warnt, dass die Epidemie Millionen von Kindern im Land betreffen könnte.

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Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) hat mitgeteilt, dass 3,4 Millionen Kinder unter 5 Jahren im Sudan infolge der anhaltenden Cholera-Epidemie erkranken könnten.

In einer schriftlichen Erklärung des OCHA hieß es: 'Der Sudan ist derzeit mit verschiedenen Epidemien konfrontiert, darunter Cholera, Malaria, Dengue-Fieber, Masern und Röteln.'

In der Erklärung wurde betont, dass 3,4 Millionen Kinder unter 5 Jahren Gefahr laufen, an Infektionskrankheiten zu erkranken.

Die Epidemien seien auf den Rückgang der Impfraten sowie auf die Zerstörung der Infrastruktur für Gesundheit, Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene infolge des anhaltenden Konflikts im Land zurückzuführen. Zudem wurde berichtet, dass laut einer Untersuchung in 18 Provinzen des Sudan eine besorgniserregende Verschlechterung der Ernährungslage zu verzeichnen sei.

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Gesundheitsmitarbeiter im Land betonen, dass aufgrund des anhaltenden Krieges kein wirksamer Kampf gegen die Krankheit geführt werden kann

UNTERERNÄHRUNG ERHÖHT DAS KRANKHEITSRISIKO

In der Erklärung wurde die Information geteilt, dass der Sudan weltweit zu den vier Ländern mit der stärksten Unterernährung gehört.

Des Weiteren wurde festgehalten, dass die anhaltenden Konflikte in einigen Regionen des Sudan noch mehr Menschen zur Flucht zwingen und die ohnehin schon schwierige humanitäre Lage weiter verschlechtern.

Unterdessen gab das sudanesische Gesundheitsministerium in einer Erklärung bekannt, dass die Zahl der Todesopfer durch die Cholera-Epidemie im Land auf 545 gestiegen ist.

In der Erklärung wurde mitgeteilt, dass die Zahl der Cholera-Fälle 18.382 erreicht hat.

Die Regenfälle und Überschwemmungen, die seit Juni im Sudan anhalten, haben zur Ausbreitung der Cholera geführt. Die sudanesischen Behörden erklärten am 12. August die Cholera offiziell zur Epidemie.

Im kriegsgeplagten Sudan, wo das Gesundheitssystem derzeit nicht effektiv arbeitet, erschwert die Ausbreitung von Infektionskrankheiten das Leben der Menschen zusätzlich.

DER SUDAN-BÜRGERKRIEG DAUERT AN

Der Machtkampf zwischen der Armee und den Rapid Support Forces (RSF), die gemeinsam einen Putsch gegen die nach dem Sturz der 30-jährigen Herrschaft von Omar al-Baschir durch Volksaufstände gebildete zivile Übergangsregierung verübt hatten, dauert seit mehr als 17 Monaten an.

Alle Lösungsansätze, die zur Beendigung des Krieges initiiert wurden, blieben bisher ergebnislos.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind infolge der Konflikte im Sudan, wo die weltweit größte Vertreibungs- und Hungerkrise herrscht, mehr als 20.000 Menschen ums Leben gekommen, über 10 Millionen Menschen wurden vertrieben und mehr als 25 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.