Ministerrat befürwortet Änderung der Atomenergiepolitik: Referendum in diesem Land möglich
Matteo Salvini, Anführer der extremen Rechten in Italien und Mitglied der Regierungskoalition, hat sich für eine Rückkehr zur Kernenergie ausgesprochen.
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Der italienische stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Infrastruktur und Verkehr, Matteo Salvini, behauptete, sein Land könne nicht länger „Nein“ zur Kernenergie sagen, und forderte, dass die Regierung das Dossier zur Atomenergie wieder öffnen müsse.
Minister der rechten Koalitionsregierung unter der Führung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni brachten gestern auf dem Ambrosetti-Forum die Debatte über eine Rückkehr zur Kernenergie in einem Land neu auf, in dem die Produktion von Atomenergie seit 1990 verboten ist.
ITALIEN KÖNNTE FÜR EINE RÜCKKEHR ZUR KERNENERGIE EIN REFERENDUM ABHALTEN
Salvini erklärte in seiner Rede: „Ich glaube, dass die Mehrheit der Italiener in einem neuen Referendum mit ‚Ja‘ zur Kernenergie stimmen würde. Mein Ministerium arbeitet daran, Italien wieder in die Reihen der industrialisierten Länder zurückzuführen. Das ist wichtig. Italien kann nicht länger ‚Nein‘ zur Kernenergie sagen. Eine der Aufgaben der Regierung ist es, dieses Dossier wieder zu starten. Italienische Unternehmen wie Enel arbeiten in vielen Ländern an der Kernenergie, nur nicht in Italien.“
Der italienische Minister für Unternehmen und „Made in Italy“, Adolfo Urso, der für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit zuständig ist, sagte auf demselben Forum, dass sie an ausländischen Technologiepartnerschaften arbeiteten, was ihnen die Möglichkeit geben würde, Kernreaktoren der dritten Generation im eigenen Land zu produzieren.
NEUES GESETZ KÖNNTE BIS JAHRESENDE AUSGEARBEITET SEIN
Der italienische Minister für Umwelt und Energiesicherheit, Gilberto Pichetto Fratin, erklärte am 7. September, dass er die Möglichkeit eines dritten Referendums zur Kernenergieproduktion nicht ausschließe und dass sie daran arbeiteten, bis Ende des Jahres einen Gesetzentwurf für die Rückkehr seines Landes zur Atomenergieproduktion vorzubereiten.
Italien ist eine der großen Volkswirtschaften Europas, die keine Kernenergie produziert.
Während in Italien zwischen 1963 und 1990 Kernenergie produziert und genutzt wurde, wurden die Atomkraftwerke des Landes nach der Katastrophe von Tschernobyl infolge einer Volksabstimmung im Jahr 1987 im Jahr 1990 geschlossen.
Bei einer Volksabstimmung im Jahr 2011 über die Aufhebung des Verbots der Kernenergieproduktion im Land wurde hingegen für die Beibehaltung des Verbots gestimmt.