Nach Putins Besuch auf Iturup: Moskau bestellt japanischen Botschafter Muto ins Außenministerium ein
Russland hat den japanischen Botschafter Akira Muto einbestellt, um gegen die Reaktion Tokios auf den Besuch von Präsident Wladimir Putin auf der Kurilen-Insel Iturup zu protestieren.
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Der japanische Botschafter in Moskau, Akira Muto, wurde in das russische Außenministerium einbestellt, nachdem die Regierung in Tokio auf den Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf der Insel Iturup, die zur Kurilen-Kette gehört, reagiert hatte.
Nach Angaben des russischen Außenministeriums übermittelte der stellvertretende Minister Michail Galusin dem Botschafter einen „scharfen Protest“ aufgrund der Äußerungen des japanischen Premierministers Sanae Takaichi und des Außenministers Toshimitsu Motegi. Moskau bezeichnete die betreffenden Erklärungen als „russlandfeindlich“.
Die russische Seite betonte, dass die Souveränität und die Gerichtsbarkeit über die Kurilen unveränderlich seien. In der Erklärung des Ministeriums wurde behauptet, dass die Inseln nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen der entsprechenden Abkommen und der UN-Charta zu einem Teil Russlands geworden seien.
Versuche Japans, diese unbestreitbare Tatsache direkt oder indirekt in Frage zu stellen, sind absolut inakzeptabel und rechtswidrig.
In der Erklärung wurde zudem darauf hingewiesen, dass Moskau sich das „Recht auf angemessene Gegenmaßnahmen“ vorbehalte, da Japan weiterhin an der Sanktionspolitik des Westens gegen Russland festhalte und die Ukraine unterstütze. Russische Medien berichteten, dass Botschafter Muto etwa 25 Minuten im Ministerium blieb und beim Verlassen keine Stellungnahme abgab.
HINTERGRUND DES KURILEN-KONFLIKTS
Putin hatte in der vergangenen Woche erstmals Iturup besucht, eine Insel der Kurilen-Kette, auf die Japan Anspruch erhebt. Nach dem Besuch kündigte der japanische Außenminister Motegi an, dass die Regierung in Tokio diesen Schritt „aufs Schärfste verurteile“. Auch Premierminister Takaichi bezeichnete Putins Handeln als „absolut inakzeptabel“.
Das japanische Außenministerium hatte zuvor bereits den russischen Botschafter in Tokio einbestellt, um gegen den Besuch zu protestieren. Damit ist der seit langem ungelöste Inselstreit zwischen den beiden Ländern wieder ganz oben auf die diplomatische Agenda gerückt.
Die Kurilen liegen zwischen der japanischen Insel Hokkaido im Norden und der russischen Halbinsel Kamtschatka und bestehen aus 56 Inseln. Japan betrachtet die Rückgabe der vier Inseln, die es als „Nördliche Territorien“ bezeichnet, als eine der Grundvoraussetzungen für einen Friedensvertrag, der nach dem Zweiten Weltkrieg nicht unterzeichnet werden konnte.
Russland hingegen betrachtet seine Souveränität über die Inseln als nicht verhandelbar. Während Moskau in den letzten Jahren seine militärische Präsenz in der Region verstärkt hat, wird die Insel Iturup als einer der wichtigsten Militärflugplätze genutzt. Im vergangenen Monat wurde berichtet, dass chinesische und russische Kriegsschiffe während einer gemeinsamen Patrouille eine Meerenge bei den Kurilen durchquert hätten.