Nachhilfe für Europa aus den USA: „Nutzt die Türkei, ignoriert die Zurückstellung von Recht und Demokratie“
Die in den USA ansässige Denkfabrik RAND Corporation hat in einem für die Europäische Union erstellten Bericht den europäischen Ländern Ratschläge erteilt. Sie betonte, dass NATO-Verbündete eine strategischere Zusammenarbeit mit der Türkei anstreben und sich nicht an rechtlichen Missständen stören sollten.
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Die in den USA ansässige Denkfabrik RAND Corporation hat einen Bericht zur Europäischen Union veröffentlicht, in dem sie auf die strategische Bedeutung der Türkei innerhalb der NATO aufmerksam macht. In dem Artikel mit dem Titel „Die Hinwendung zur Türkei“ wird betont, dass die militärischen und diplomatischen Kapazitäten der Türkei eine wichtige Partnerschaftsmöglichkeit für Europa bieten. In dem Bericht wird erklärt, dass NATO-Verbündete eine engere Zusammenarbeit mit Ankara aufbauen sollten und dass Europa statt auf die innenpolitischen Entwicklungen in der Türkei zu fokussieren, gemeinsame strategische Interessen priorisieren sollte.
DIE MILITÄRISCHE STÄRKE DER TÜRKEI UND IHRE ROLLE IN DER NATO
In dem von der RAND-Analystin Rebecca Lucas verfassten Bericht wird daran erinnert, dass die Türkei über die zweitgrößte Armee der NATO verfügt, und es wird darauf hingewiesen, dass diese Stärke insbesondere im Hinblick auf die Entwicklungen in der Ukraine und im Schwarzen Meer kritisch sei. Es wird hervorgehoben, dass die Türkei militärische Hilfe für die Ukraine leistet und durch die Einschränkung russischer Marinebewegungen im Rahmen des Montreux-Abkommens den strategischen Interessen des Westens dient. Zudem wird zum Ausdruck gebracht, dass die Rolle der Türkei innerhalb der NATO dank ihrer weitreichenden diplomatischen und wirtschaftlichen Netzwerke ein wertvoller Hebel für den Westen sei.
„DIE ILLUSION, DASS DIE TÜRKEI EIN VERWESTLICHTER VERBÜNDETER SEI, MUSS AUFGEGEBEN WERDEN“
Ein weiterer bemerkenswerter Punkt in dem Bericht ist die Betonung, dass die Türkei nicht als ideologischer, sondern als transaktionaler Verbündeter betrachtet werden sollte. Mit der Aussage „Europäische Führungskräfte müssen die Illusion aufgeben, dass die Türkei ein verwestlichter Verbündeter sein wird“, wird darauf hingewiesen, dass die Türkei mit ihren gegenwärtigen politischen Realitäten akzeptiert werden müsse. Stattdessen wird ein Beziehungsmodell vorgeschlagen, in dem gemeinsame Interessen wichtiger sind als ideologische Übereinstimmung.
AUFRUF ZUR ZUSAMMENARBEIT MIT DER TÜRKEI FÜR DIE USA UND EUROPA
In der Analyse von Lucas wird betont, dass ein Beitritt der Türkei zur Europäischen Union zwar unwahrscheinlich erscheine, sie jedoch ein unverzichtbarer Partner für die NATO sei. In diesem Zusammenhang wird erklärt, dass die NATO, anstatt Druck auf die Türkei auszuüben, Kooperationen entwickeln sollte, die deren derzeitige unabhängige Position mit dem Westen in Einklang bringen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Türkei den Einfluss Russlands in Regionen wie dem Schwarzen Meer und Syrien ausgleichen könne, und die Bedeutung eines gemeinsamen Vorgehens des Westens mit der Türkei an diesem Punkt hervorgehoben.
EMPFEHLUNG, RECHTSSTAATLICHKEIT UND DEMOKRATIE ZU IGNORIEREN
Während der RAND-Bericht keine direkte Kritik am Demokratie- und Rechtssystem der Türkei übt, wird den europäischen Ländern empfohlen, die politischen Entwicklungen in der Türkei zu ignorieren und eine strategische Zusammenarbeit aufzubauen. Dies deutet auf eine NATO-Politik hin, in der die Prinzipien der Demokratie und des Rechtsstaates in der Türkei in den Hintergrund gedrängt werden. In dem Bericht heißt es: „Die Türkei ist kein idealer Verbündeter, aber unter den heutigen geopolitischen Bedingungen sind ideale Verbündete ein Luxus, den sich die NATO nicht leisten kann.“