NATO-Generalsekretär Rutte: 5 Prozent für die Russland-Bedrohung ausreichend
NATO-Generalsekretär Mark Rutte verwies beim NATO-Gipfel in Den Haag auf den Beschluss der Bündnisstaaten, 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Verteidigung auszugeben, und erklärte: „Das Ziel von 5 Prozent Verteidigungsausgaben ist notwendig, um auf die bestehenden Sicherheitsbedrohungen wie den von Russland ausgehenden Terrorismus, Cyberangriffe, Sabotageakte und den globalen Wettbewerb zu reagieren.“
İHA
Bundeskanzler Friedrich Merz traf sich mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte, der Berlin im Rahmen der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des NATO-Beitritts seines Landes besuchte. Nach ihrem Gespräch hielten Bundeskanzler Merz und Generalsekretär Rutte eine Pressekonferenz ab.
Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, dass sie bei dem Treffen eine allgemeine Bewertung des kürzlich in Den Haag, Niederlande, abgehaltenen NATO-Gipfels vorgenommen hätten. Merz betonte, dass die Schritte zur Stärkung der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit der NATO nicht aus Gefälligkeit gegenüber anderen unternommen würden.
Bundeskanzler Merz sagte: „Wir tun dies nicht, um der NATO einen Gefallen zu tun, sondern um unsere gemeinsame Sicherheit zu stärken. Hätte Deutschland diesen Weg nicht eingeschlagen, wäre der NATO-Gipfel in Den Haag sicherlich anders ausgegangen. In dieser Hinsicht haben wir etwas für unsere gemeinsame Sicherheit in Europa getan und werden dies auch weiterhin tun, nicht nur für uns selbst.“
Merz fügte hinzu: „Deutschland ist seit 70 Jahren Mitglied des Nordatlantikbündnisses. Die NATO hat eine wichtige Rolle dabei gespielt, dass wir in diesem Land seit drei Generationen in Freiheit, Frieden und Wohlstand leben können.“
„DIE ANGRIFFE RUSSLANDS SIND EIN TERRORISMUS GEGEN ZIVILISTEN“
Merz erklärte, dass Russland die Freiheit, den Frieden und den Wohlstand im euro-atlantischen Raum bedrohe, und sagte: „Wir nehmen diese Bedrohung sehr ernst, deshalb stärken wir die NATO und den europäischen Pfeiler der NATO.“
Friedrich Merz wies darauf hin, dass sie den Russland-Ukraine-Krieg im Kontext des heftigen russischen Angriffs von letzter Nacht erörtert hätten: „Russland bombardiert jede Nacht ukrainische Städte. Letzte Nacht erlebten wir die größten Bomben- und Raketenangriffe seit Beginn des Krieges. Das ist Terrorismus gegen die Zivilbevölkerung. Das hat nichts mit einem Krieg gegen militärische Ziele zu tun“, sagte er.
Der deutsche Regierungschef merkte an, dass sie bei seinem Treffen mit NATO-Generalsekretär Rutte insbesondere darüber gesprochen hätten, wie sie gemeinsam die Luftverteidigung der Ukraine stärken könnten. Bundeskanzler Merz betonte, dass Deutschland weiterhin einen Beitrag dazu leisten werde: „Ich stehe in einem guten Dialog mit US-Präsident Donald Trump sowie mit allen Partnern in der Europäischen Union (EU) und den NATO-Partnern in Europa zu diesem und anderen Themen. Gleichzeitig wollen wir den Druck auf Moskau erhöhen. Wir arbeiten mit aller Kraft daran, das 18. Sanktionspaket in der EU zum Abschluss zu bringen. Nur noch ein Mitglied der EU muss zustimmen. Diese Schritte werden dazu dienen, Russland endlich an den Verhandlungstisch zu bringen und den Weg für einen Waffenstillstand zu ebnen.“
Merz begrüßte die jüngsten Äußerungen von Trump zur verstärkten Unterstützung der ukrainischen Luftverteidigungssysteme. Der Bundeskanzler kündigte an, dass sie bei der Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine, die morgen in der italienischen Hauptstadt Rom stattfindet, den Prozess nach einem möglichen Waffenstillstand erörtern würden und er selbst die Vorschläge Deutschlands zur Bereitstellung weiterer Luftverteidigungssysteme für Kiew einbringen werde.
„LASERANGRIFF IST ABSOLUT INAKZEPTABEL“
Auf die Frage nach einem deutschen Aufklärungsflugzeug, das im Rahmen der EU-Mission Aspides im Roten Meer von einem chinesischen Kriegsschiff mit einem Laser anvisiert wurde, antwortete Bundeskanzler Merz: „Ein Laserangriff auf ein militärisches Überwachungsflugzeug ist absolut inakzeptabel.“ Merz unterstrich, dass der Vorfall vollständig aufgeklärt werden müsse.
„5-PROZENT-ZIEL IST NOTWENDIG FÜR RUSSLAND-BEDINGTE SICHERHEITSBEDROHUNGEN“
NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete den Beschluss der Bündnisstaaten auf dem Gipfel in Den Haag, 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Verteidigung auszugeben, als historischen Kompromiss. Rutte erklärte, dass auf dem Gipfel auch die Grundlagen für eine stärkere und abschreckendere NATO gelegt worden seien: „Das Ziel von 5 Prozent Verteidigungsausgaben ist notwendig, um auf die bestehenden Sicherheitsbedrohungen wie den von Russland ausgehenden Terrorismus, Cyberangriffe, Sabotageakte und den globalen Wettbewerb zu reagieren.“
Rutte betonte, dass Deutschland das wichtigste Land Europas sei, das die Ukraine unterstütze: „Die Unterstützung für das ukrainische Volk ist entscheidend dafür, dass sie heute ihre Freiheit verteidigen und zukünftige Angriffe verhindern können. Es ist notwendig, die Ukraine zu unterstützen und die benötigte Munition bereitzustellen. Keiner von uns kann die transatlantische Verteidigung alleine bewältigen. Zusammenarbeit macht uns alle stärker und sicherer“, sagte er.
Mark Rutte fügte hinzu, dass bürokratische Hindernisse, die zwischen Ländern und Unternehmen Probleme verursachten, beseitigt werden müssten, um das NATO-Gebiet zu schützen.
Deutschland trat am 6. Mai 1955 der NATO bei. Im Rahmen des 70. Jahrestages des NATO-Beitritts Deutschlands fanden sowohl im NATO-Hauptquartier in Brüssel, Belgien, als auch in Deutschland verschiedene Veranstaltungen statt.