Netanjahus Korruptionsprozess vertagt

Ein israelisches Gericht hat beschlossen, die für morgen angesetzten Anhörungen im Korruptionsprozess gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu zu verschieben.

İHA

Das Bezirksgericht Jerusalem hat die Anhörung im Korruptionsprozess gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu vertagt.

Das Gericht akzeptierte die von Netanjahu vorgebrachten vertraulichen diplomatischen und sicherheitsrelevanten Gründe und ordnete an, die für morgen geplanten Kreuzverhöre auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

In der Entscheidung wurde festgehalten, dass neben Netanjahu auch der Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes MOSSAD, David Barnea, sowie der Chef des militärischen Geheimdienstes Anträge auf Vertagung gestellt hatten.

FRÜHERER ANTRAG ABGELEHNT

Netanjahu hatte bereits am 27. Juni nach den zwölftägigen Konflikten zwischen dem Iran und Israel mit ähnlichen Begründungen eine zweiwöchige Verschiebung der Anhörungen beantragt, was das Gericht jedoch abgelehnt hatte.

Der US-Präsident Donald Trump hatte nach der Einigung auf einen Waffenstillstand zwischen dem Iran und Israel auf seinem Social-Media-Account erklärt: „Ich habe erfahren, dass Bibi in diesem langwierigen, politisch motivierten Prozess wegen vieler ungerechtfertigter Anschuldigungen vor Gericht geladen wurde. Er verdient viel Besseres, und der Staat Israel auch. Der Prozess gegen Bibi Netanjahu sollte sofort eingestellt oder ein großer Held, der so viel für das Land getan hat, begnadigt werden.“ Damit hatte er dazu aufgerufen, die Korruptionsverfahren gegen den israelischen Premierminister einzustellen.

Der US-Präsident hatte zudem behauptet, dass der Prozess Netanjahu daran hindern könnte, an Verhandlungen mit der Hamas und dem Iran teilzunehmen.