Neue Erklärung zum Putschversuch in Bolivien
Boliviens Innenminister Eduardo del Castillo erklärte, dass sie bereits im Vorfeld Informationen über den gestrigen Putschversuch erhalten hatten.
İHA
Die Auswirkungen des gestrigen Putschversuchs im südamerikanischen Land Bolivien, der innerhalb weniger Stunden vereitelt wurde, halten an.
Boliviens Innenminister Eduardo del Castillo erklärte heute, dass der bolivianische Präsident Luis Arce bereits im Vorfeld Informationen über einen möglichen Putschversuch erhalten hatte. Castillo betonte, dass man lediglich Kenntnis von dem Vorhaben hatte, die Regierung jedoch nicht über weitere Details verfügte.
Minister Castillo hatte bereits heute Morgen bekannt gegeben, dass der für den Putschversuch verantwortliche Armeekommandeur Juan José Zúñiga sowie der ehemalige Vizeadmiral Juan Arnez Salvador festgenommen wurden.
WAS WAR PASSIERT?
Auf Befehl des Armeekommandeurs Juan José Zúñiga waren gestern gepanzerte Fahrzeuge vor den Toren des Regierungspalastes in der Verwaltungshauptstadt La Paz aufgefahren. Der bolivianische Präsident Luis Arce hatte die Bevölkerung dazu aufgerufen, auf die Straße zu gehen, um die Demokratie gegen den Putschversuch zu verteidigen. Präsident Arce enthob Zúñiga seines Amtes und ernannte Jose Wilson Sánchez zu seinem Nachfolger. Der neue Armeekommandeur Sánchez hatte daraufhin allen am Putsch beteiligten Einheiten den sofortigen Rückzug befohlen.
Nach dem Aufruf von Arce versammelte sich die bolivianische Bevölkerung mit Flaggen auf dem Plaza Murillo, wo sich der Regierungspalast befindet, und sang die Nationalhymne.
Nachdem sich die gepanzerten Fahrzeuge und Militäreinheiten vom Platz zurückgezogen hatten und der Putschversuch als gescheitert galt, wandte sich Arce vor dem Regierungspalast an die versammelte Menge und sagte: „Vielen Dank an das bolivianische Volk. Es lebe die Demokratie.“ Der Putschversuch endete nach drei Stunden.