Nobelpreisträger droht Haftstrafe: 'Kampagne der juristischen Schikane'
Der aus Bangladesch stammende Muhammad Yunus, der 2006 den Friedensnobelpreis erhielt, sieht sich in seinem Heimatland mit über 200 Anklagen konfrontiert. Yunus weist sämtliche Vorwürfe zurück und argumentiert, dass hinter den Verfahren politische Motive stecken.
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12PUNTO AUSLANDSREDAKTION
Der als 'Banker der Armen' bekannte Muhammad Yunus wurde in seinem Heimatland Bangladesch wegen Verstößen gegen das Arbeitsrecht und Steuerhinterziehung verurteilt. Neben den Anklagepunkten, in denen er bereits schuldig gesprochen wurde, sieht sich Yunus mit über 200 weiteren Vorwürfen konfrontiert. Er weist alle Anschuldigungen zurück, macht die Regierung für das Urteil verantwortlich und erklärte, die Regierung der bangladeschischen Premierministerin Sheikh Hasina führe eine 'Kampagne der juristischen Schikane' gegen ihn.
Muhammad Yunus war ein Pionier des Bankenmodells, das die Nutzung von Mikrokrediten zur Armutsbekämpfung fördert. Für diese Arbeit wurde Yunus im Jahr 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Yunus erklärte gegenüber NBC News: "Sie hasst mich bis ins Mark. Ich weiß nicht, warum das so ist."
Ein stellvertretender Generalstaatsanwalt in Bangladesch wurde im September entlassen, nachdem er gegenüber Journalisten geäußert hatte, dass Yunus juristischer Schikane ausgesetzt sei.
Yunus erhielt Unterstützung aus der ganzen Welt. Rund 200 prominente Persönlichkeiten, darunter 108 Nobelpreisträger, unterzeichneten einen offenen Brief an Hasina, in dem sie forderten, die Vorwürfe gegen Yunus von einem Gremium aus unabhängigen Richtern überprüfen zu lassen.