Nordkorea schickt Müll mit Ballons nach Südkorea
Nordkorea hat einen neuen Schritt unternommen, der das Nachbarland verärgern dürfte. Die Regierung in Pjöngjang schickte 90 Ballons mit Propagandabroschüren und Abfällen in zwei südkoreanische Grenzstädte und rief die Bevölkerung dazu auf, vorsichtig zu sein und sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten.
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Nordkorea, das vor Kurzem den Start eines Spionagesatelliten bekannt gab, hat diesmal Müllballons in die südkoreanischen Grenzstädte geschickt.
Das südkoreanische Militär warnte die Bevölkerung am Mittwoch davor, die weißen Ballons und die daran befestigten Plastiktüten zu berühren, da diese „schmutzige Abfälle und Müll“ enthielten.
Die in den Provinzen Gyeonggi und Gangwon gefundenen Ballons werden derzeit von den Behörden untersucht.
WIRD SEIT 1950 EINGESETZT
Nord- und Südkorea nutzen seit dem Koreakrieg in den 1950er Jahren Ballons für Propagandakampagnen.
Der nordkoreanische Vize-Verteidigungsminister Kim Kang Il erklärte am Sonntag gegenüber staatlichen Medien: „Haufen von Müll und Schmutz werden bald in den Grenzgebieten und im Landesinneren Südkoreas verstreut sein, und man wird aus erster Hand erfahren, wie viel Mühe es kostet, diese zu beseitigen.“
Südkoreanische Behörden forderten die Bevölkerung am späten Dienstagabend dazu auf, Aktivitäten im Freien zu vermeiden, sofern sie nördlich von Seoul oder in der Grenzregion leben.
Zudem wurde die Bevölkerung gebeten, „nicht identifizierte Objekte“ bei der nächstgelegenen Militärbasis oder Polizeistation zu melden.
Auf in sozialen Medien geteilten Fotos sind weiße, halbtransparente Ballons zu sehen, an denen Tüten mit Toilettenpapier, Erde und Batterien befestigt sind.
Auf einigen dieser Fotos sind auch Polizei und Militär zu sehen.
Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, dass „einige der herabgefallenen Ballons etwas transportierten, das aufgrund seiner dunklen Farbe und seines Geruchs als Exkremente identifiziert wurde“.
Das südkoreanische Militär bezeichnete diese Aktion als einen „klaren Verstoß gegen das Völkerrecht“ und verurteilte sie.
Das Militär erklärte: „Die Sicherheit unserer Bevölkerung ist ernsthaft bedroht. Nordkorea trägt die volle Verantwortung für alles, was durch die Ballons verursacht wird. Wir warnen Nordkorea eindringlich davor, diese unmenschliche und vulgäre Aktion sofort zu beenden.“
HANDELT ES SICH UM EINE VERGELTUNG?
Anfang dieses Monats hatte eine in Südkorea ansässige Aktivistengruppe behauptet, 20 Ballons über die Grenze geschickt zu haben, die Anti-Pjöngjang-Flugblätter sowie USB-Sticks mit K-Pop-Musik und Musikvideos enthielten.