Papst Franziskus zur Rücktrittsfrage: Eine Möglichkeit, aber derzeit kein Thema

Das geistliche Oberhaupt der Katholiken und Staatsoberhaupt des Vatikans, Papst Franziskus, erklärte, dass ein Rücktritt für jeden Papst eine offene Möglichkeit sei, er dies jedoch derzeit nicht in Erwägung ziehe.

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In einem Interview mit einem privaten italienischen Fernsehsender beantwortete der Papst Fragen zu seiner Person und zu weltweiten Angelegenheiten.

Der 87-jährige Papst Franziskus, der im vergangenen Jahr gesundheitliche Probleme hatte und erst letzte Woche während einer Veranstaltung über Unwohlsein klagte, antwortete auf die Frage nach seinem Befinden mit den Worten: "Ich bin noch am Leben."

"DERZEIT KEIN THEMA"

Auf die Frage, ob er über einen Rücktritt nachdenke, sagte Papst Franziskus: "Das ist kein Gedanke, keine Sorge oder ein Wunsch, sondern eine Möglichkeit, die allen Päpsten offensteht. Aber das steht derzeit nicht im Mittelpunkt meiner Überlegungen. Solange ich dienen kann, werde ich weitermachen." Der Papst merkte zudem an, dass er dies in Betracht ziehen müsse, sollten sich die Umstände ändern.

ISRAEL-PALÄSTINA-KONFLIKT

Der Papst betonte im Programm zudem, dass er täglich mit der katholischen Gemeinde in Gaza in Kontakt stehe: "Ich rufe sie jeden Tag an, und sie erzählen mir schreckliche Dinge über das, was dort geschieht; sie berichten, wie viele Araber und wie viele Israelis getötet wurden, und dass zwei Völker, die dazu berufen sind, Brüder zu sein, sich gegenseitig vernichten."

Der Papst äußerte die Ansicht, dass die Kriege seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nie aufgehört hätten: "Jetzt sehen wir die Ukraine-Russland- und die Palästina-Israel-Konflikte. Warum kann kein Frieden erreicht werden? Sagen wir es mit ein wenig Scham: Hinter den Kriegen steckt der Waffenhandel."

Auf die Frage, ob ihn etwas ängstige, antwortete der Papst: "Einige Dinge machen mir Angst. Zum Beispiel die Eskalation dieses Krieges, denn die Schritte in Richtung Krieg geben einem zu denken. Wo werden wir enden? Werden wir mit Atomwaffen enden, die alles zerstören? Die Fähigkeit der Menschheit, sich selbst zu vernichten, macht mir Angst."

Der gebürtige Argentinier Papst Franziskus sagte, er sei seit seiner Wahl zum Papst im Jahr 2013 nicht mehr in seinem Heimatland gewesen und vermisse es. Er äußerte seine Sorge um die Argentinier, die sehr leiden würden, und erklärte, dass eine Reise nach Polynesien für August geplant sei und er danach möglicherweise eine Reise nach Argentinien unternehmen könne.