Polens Ministerpräsident Tusk warnt vor 'Krieg': 'Seien Sie mental vorbereitet'

Der polnische Ministerpräsident erklärte, die Welt müsse akzeptieren, dass sie in eine neue Ära des Krieges eingetreten sei.

AA

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk wies darauf hin, dass wir die kritischste Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg erleben, und betonte, die Welt müsse akzeptieren, dass sie in eine neue Ära des Krieges eingetreten sei. Tusk erklärte, dass der Eintritt in eine Kriegszeit für die junge Generation zwar erschütternd klingen mag, man sich aber mental auf das Kommen einer neuen Ära vorbereiten müsse.

Gegenüber der Presse betonte Tusk, dass die kommenden zwei Jahre alles entscheiden würden: "Ich möchte niemanden erschrecken, aber Krieg ist kein Konzept mehr aus der Vergangenheit. Er ist real und hat eigentlich schon vor zwei Jahren begonnen. Das Beunruhigendste ist derzeit die Tatsache, dass buchstäblich jedes Szenario möglich ist", sagte er.

Tusk stellte fest, dass die Lage der Ukraine zwar schwieriger sei als vor einem Jahr, aber gleichzeitig viel besser als zu Beginn des Krieges. "Unsere Hauptaufgabe muss es sein, die Ukraine vor der russischen Besatzung zu schützen und die Ukraine als unabhängigen und intakten Staat zu bewahren", sagte er.

Zu den Meinungsverschiedenheiten Polens mit der Ukraine in der Agrar- und Handelspolitik äußerte sich Ministerpräsident Tusk wie folgt:

"Ich bin wahrscheinlich der ukrainefreundlichste Politiker in Europa, aber ich trage Verantwortung gegenüber meinen Bürgern. Als polnischer Ministerpräsident bin ich dafür verantwortlich, die grundlegenden Interessen des Landes zu schützen. Die Polen zahlen einen hohen Preis. Niemand kann mit Polen konkurrieren, wenn es darum geht, die Ukraine zu unterstützen. Wir wollen der Ukraine so gut wie möglich helfen, aber auf dem letzten Gipfel des Europäischen Rates habe ich argumentiert, dass die Idee des Freihandels mit der Ukraine neu gestaltet werden muss. Ich möchte ein faires Abkommen mit der Ukraine in dieser Angelegenheit."

Tusk merkte zudem an, dass man ein starkes Bündnis mit den USA brauche, aber gleichzeitig in Verteidigungsfragen unabhängig und autark sein müsse. Er bewertete dies mit den Worten: "Unsere Aufgabe ist es, die transatlantischen Beziehungen zu stärken, unabhängig davon, wer der US-Präsident sein wird."