Präsidentschaftskandidat Zammel in Tunesien zu 12 Jahren Haft verurteilt
Nur wenige Tage vor der für den 6. Oktober geplanten Präsidentschaftswahl in Tunesien wurde der Kandidat Ayachi Zammel zu einer 12-jährigen Haftstrafe verurteilt.
İHA
Bei der Präsidentschaftswahl in Tunesien am 6. Oktober wurden die Kandidaturen des amtierenden Präsidenten Kais Saied, von Zouhair Magzhaoui und Ayachi Zammel zugelassen. Das Urteil gegen Ayachi Zammel, der nur Stunden vor der Bekanntgabe der Präsidentschaftskandidaten durch die Wahlkommission am 2. September festgenommen worden war, wurde heute verkündet. In Tunesien, wo der Zorn der Opposition wächst, weil Präsident Kais Saied die Justiz angeblich dazu nutzt, seine politischen Gegner auszuschalten, gab das Gericht die 12-jährige Haftstrafe gegen Zammel bekannt.
Abdessattar Massoudi, der Anwalt von Zammel, der innerhalb der letzten zwei Wochen bereits dreimal zu Haftstrafen verurteilt wurde, erklärte, sein Mandant sei wegen angeblicher Urkundenfälschung zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er bezeichnete das Urteil als „ungerecht und absurd“.
KANDIDATUR BESTEHT WEITER
Zammel, der sich seit letzter Woche wegen Unregelmäßigkeiten bei den Unterschriften der Wähler in seinen Kandidaturunterlagen in Haft befindet, bleibt auch während seiner Inhaftierung weiterhin offizieller Kandidat.
In einer Erklärung der Wahlkommission wurde zudem mitgeteilt, dass das Gericht die Teilnahme von Mondher Znaidi, AbdelLatif Mekki und Imed Daimi an den Wahlen untersagt hatte.
Präsident Saied, dem vorgeworfen wird, die Zahl seiner Gegenkandidaten zu reduzieren, trat sein Amt erstmals 2019 an. Im Jahr 2021 entließ er den Premierminister und löste anschließend das Parlament auf.