Präsidentschaftswahlen im Senegal verschoben: Bevölkerung geht auf die Straße

Im Senegal ist die Polizei gegen Demonstranten vorgegangen, die gegen die Verschiebung der für den 25. Februar geplanten Präsidentschaftswahlen protestierten. Bei den Vorfällen wurde die Präsidentschaftskandidatin Anta Babacar Ngom festgenommen.

İHA

Im Senegal kam es in der Hauptstadt Dakar zu Protesten gegen die Verschiebung der für den 25. Februar geplanten Präsidentschaftswahlen. Während Demonstranten Reifen in Brand setzten und einige Straßen blockierten, setzte die Polizei Tränengas ein, um die Menge aufzulösen.

PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDATIN FESTGENOMMEN

Bei den Zusammenstößen wurde die Präsidentschaftskandidatin Anta Babacar Ngom festgenommen, während ein weiterer Präsidentschaftskandidat, Daouda Ndiaye, angab, von der Polizei geschlagen worden zu sein.

Die ehemalige Premierministerin Aminata Touré erklärte zudem, sie sei unmittelbar nach dem Aussteigen aus ihrem Fahrzeug von der Polizei festgenommen und zu einer Polizeiwache in Dakar gebracht worden.

ALS "INSTITUTIONELLER PUTSCH" BEZEICHNET

Präsident Sall hatte gestern in einer Erklärung mitgeteilt, dass die Wahl aufgrund von Unstimmigkeiten bei der Kandidatenliste auf ein unbestimmtes Datum verschoben werde. Einige Oppositionsgruppen und zivilgesellschaftliche Organisationen bezeichneten diese Entscheidung als "institutionellen Putsch". Im Senegal, das als eine der stabilsten Demokratien Westafrikas gilt, wurde bisher noch nie eine Präsidentschaftswahl verschoben.