Quallen-Schwarm legt drei Reaktoren in französischem Atomkraftwerk lahm
EDF teilte mit, dass nach der Verstopfung von Kühlwasserpumpen im Kraftwerk Gravelines drei Reaktoren abgeschaltet wurden; Auswirkungen auf Sicherheit oder Umwelt seien nicht entstanden.
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Im Atomkraftwerk Gravelines im Norden Frankreichs wurden drei Reaktoren außer Betrieb genommen, nachdem die für die Kühlsysteme genutzten Meerwasserpumpen durch einen massiven Quallen-Schwarm verstopft wurden.
Nach Angaben des Energieunternehmens EDF wurden infolge des Vorfalls am Montag drei Reaktoren des Kraftwerks abgeschaltet. Während die Produktion des vierten Reaktors halbiert wurde, blieb lediglich ein Reaktor unter Volllast in Betrieb. Der sechste Reaktor war bereits aufgrund planmäßiger Wartungsarbeiten außer Betrieb.
Das Unternehmen betonte, dass die Abschaltungen kein Risiko für die Sicherheit des Kraftwerks darstellten. In der Erklärung von EDF hieß es: „Dieser Vorfall hat keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlagen, die Sicherheit des Personals oder die Umwelt.“
Das in der Nähe der Stadt Dünkirchen gelegene Atomkraftwerk Gravelines gilt mit seinen sechs 900-Megawatt-Reaktoren als die größte Nuklearanlage Westeuropas. Das Kraftwerk war bereits im vergangenen Jahr aufgrund von Quallen, die die Meerwasser-Pumpstationen verstopften, vorübergehend außer Betrieb gewesen.
HITZE UND QUALLEN-ZUNAHME ERSCHWEREN ENERGIEERZEUGUNG
Die Atomstromproduktion in Frankreich stand in diesem Jahr auch aufgrund von Hitzewellen und Dürreperioden unter Druck. EDF war gezwungen, die Produktion in einigen Reaktoren aufgrund extremer Temperaturen in den Monaten Juni und Juli zu drosseln.
Berechnungen auf Basis von EDF-Daten zufolge verzeichnete Frankreich vor den jüngsten Abschaltungen am Sonntag ein Defizit von 15,6 Prozent bei der nuklearen Stromerzeugung.
Dass Quallen-Schwärme die Produktion in Atomkraftwerken stören, ist kein rein französisches Phänomen. Zu ähnlichen Vorfällen zählen eine dreitägige Abschaltung in Schweden im Jahr 2013 sowie ein Fall in Japan im Jahr 1999, der zu einem massiven Produktionsrückgang führte.
Experten zufolge schaffen Überfischung, Plastikverschmutzung und die durch den Klimawandel bedingte Erwärmung der Meere günstige Bedingungen für die Vermehrung und Ausbreitung von Quallen.