Radikaler Schritt eines europäischen Landes: Handyverbot an Schulen

Die polnische Regierung hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Nutzung von Mobiltelefonen und ähnlichen elektronischen Geräten an Grundschulen einschränkt. Die Regelung beschränkt nicht nur die Nutzung digitaler Geräte durch Schüler innerhalb der Schule, sondern bringt auch neue Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor Online-Inhalten auf die Tagesordnung.

12punto

Die polnische Regierung hat einen Gesetzentwurf gebilligt, der die Nutzung von Mobiltelefonen durch Grundschüler im schulischen Umfeld einschränkt.

In einer von der Regierung veröffentlichten Erklärung wurde mitgeteilt, dass die im Kabinett verabschiedete Regelung Grundschülern die Nutzung von Mobiltelefonen sowie anderen elektronischen Geräten, die Bild- oder Tonaufnahmen machen können, in Schulgebäuden und bei schulischen Aktivitäten außerhalb des Schulgeländes untersagt.

VERBOT GILT FÜR GRUNDSCHÜLER

Die neue Regelung wird alle Schüler von der 1. bis zur 8. Klasse umfassen, die im Rahmen des achtjährigen polnischen Grundschulsystems unterrichtet werden. Die Regelung, die sowohl für öffentliche als auch für private Bildungseinrichtungen gilt, sieht einige Ausnahmen vor.

Nutzungen, die von Lehrkräften zu Bildungszwecken gestattet werden, sowie Sondergenehmigungen aufgrund von gesundheitlichen Gründen oder Behinderungen sowie Notfälle sind vom Verbot ausgenommen.

ENTSCHEIDUNGSBEFUGNIS FÜR WEITERFÜHRENDE SCHULEN

Dem Entwurf zufolge können weiterführende Schulen die Nutzung elektronischer Geräte vollständig untersagen oder die Nutzungsregeln im Rahmen ihrer eigenen internen Vorschriften festlegen.

Darüber hinaus erhalten Schulen die Befugnis, spezielle Aufbewahrungsbereiche einzurichten, in denen Schüler ihre Telefone während des Unterrichts abgeben können. Bei Bedarf kann die Aufbewahrung der Geräte in diesen Bereichen verpflichtend gemacht werden. Eine Kontrolle der Inhalte der Geräte wird jedoch nicht gestattet sein.

Die Regelung soll zum 1. September in Kraft treten. Schulen erhalten bis zum 31. Oktober Zeit, ihre bestehenden internen Regelungen an die neuen Vorschriften anzupassen.

Der vom Kabinett verabschiedete Gesetzentwurf wird zur weiteren gesetzgeberischen Bearbeitung an den Sejm, das Unterhaus des polnischen Parlaments, weitergeleitet.

Die polnische Regierung verabschiedete in derselben Sitzung einen separaten Gesetzentwurf, der darauf abzielt, den Zugang von Kindern zu pornografischen Inhalten im Internet zu beschränken.

Im Rahmen dieser Regelung werden Anbieter digitaler Dienste verpflichtet, wirksame Methoden zur Altersverifizierung ihrer Nutzer einzusetzen.

AUCH SOCIAL-MEDIA-BESCHRÄNKUNGEN IM GESPRÄCH

Mit den geplanten Regelungen verfolgt die Regierung das Ziel, die Konzentrationsfähigkeit der Schüler zu steigern, die psychische Gesundheit zu fördern und soziale Beziehungen zu stärken.

Es wurde darauf hingewiesen, dass die neuen Regeln zur Handynutzung an Schulen in einer Zeit eingeführt werden, in der umfassendere Regulierungen zum Zugang Minderjähriger zu sozialen Medien diskutiert werden. Zu diesen Bestrebungen gehören auch neue Beschränkungen für die Nutzung sozialer Medien durch Kinder unter 15 Jahren.