Rechtsextreme Le Pen in Frankreich wegen Korruption vor Gericht: Vorwurf der Veruntreuung von EU-Geldern
Der Prozess gegen die französische rechtsextreme Politikerin Le Pen hat begonnen; ihr wird die Veruntreuung von EU-Geldern vorgeworfen.
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In Paris hat der Prozess gegen Marine Le Pen, eine der führenden Persönlichkeiten der französischen extremen Rechten, sowie 26 weitere Mitglieder ihrer Partei Rassemblement National (RN) begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, Gelder der Europäischen Union (EU) veruntreut zu haben.
Wie aus Medienberichten hervorgeht, müssen sich vor dem Pariser Strafgericht insgesamt 27 Parteimitglieder verantworten, darunter die prominente Rechtsextreme und ehemalige Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, ihr Vater Jean-Marie Le Pen sowie Louis Aliot und Bruno Gollnisch. Die Angeklagten werden beschuldigt, EU-Mittel missbraucht zu haben; die Partei hieß früher Front National (FN).
Vor Beginn der Verhandlung erklärte Marine Le Pen gegenüber Journalisten, sie habe 'Vertrauen in die Justiz' und fügte hinzu: 'Ich bin hier, um unsere Argumente vorzubringen.'
Le Pen wies die gegen sie und ihre Parteikollegen erhobenen Vorwürfe zurück und betonte, sie hätten 'keine Regeln verletzt'.
Auch der RN-Sprecher Laurent Jacobelli erklärte gegenüber der Presse, man werde beweisen, dass es 'kein System zur Veruntreuung von EU-Geldern gegeben habe'.
Der Prozess gegen die rechtsextremen Politiker, denen vorgeworfen wird, im Zeitraum von 2004 bis 2016 Gelder des Europäischen Parlaments (EP) zur Finanzierung ihrer Partei verwendet zu haben, soll voraussichtlich bis Ende November dauern.
Sollten die rechtsextremen Politiker schuldig gesprochen werden, drohen ihnen neben einer Geldstrafe von bis zu 1 Million Euro und einer Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren auch der Entzug des passiven Wahlrechts für 5 Jahre. Der Ausgang des Verfahrens könnte sich auf die Kandidatur von Le Pen auswirken, die bereits angekündigt hatte, bei den Präsidentschaftswahlen 2027 erneut antreten zu wollen.
Le Pen kandidierte bereits bei den Präsidentschaftswahlen 2012, 2017 und 2022 und hat ihre Kandidatur für die Wahlen 2027 angekündigt.
WARUM WIRD LE PEN ANGEKLAGT?
Es wird behauptet, dass Le Pen während ihrer Zeit als Abgeordnete im Europäischen Parlament EU-Gelder für die Bezahlung von zwei Personen verwendet hat, die fiktive Beratungsdienste erbracht haben sollen.
In Frankreich wurde bereits 2015 ein Ermittlungsverfahren gegen einige Abgeordnete des Europäischen Parlaments eingeleitet, die für die Partei unter ihrem früheren Namen FN gewählt worden waren – darunter auch Marine Le Pen –, da der Verdacht auf 'Scheinanstellungen' im Europäischen Parlament zwischen 2004 und 2016 bestand.
Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte die Eröffnung eines Verfahrens gegen Le Pen, ihren Vater Jean-Marie Le Pen und weitere EP-Mitglieder der Partei wegen des Missbrauchs von EU-Geldern und der 'Verschleierung von Straftaten' gefordert.
Die Partei Front National (FN) hatte sich 2018 in Rassemblement National (RN) umbenannt.