Regierung in Litauen zurückgetreten

In Litauen sind Premierministerin Inga Ruginiene und ihr Kabinett zurückgetreten.

İHA

In Litauen ist Premierministerin Inga Ruginiene zehn Monate nach ihrem Amtsantritt gemeinsam mit ihrem Kabinett zurückgetreten. Ruginiene bezeichnete den Rücktritt als Teil eines "normalen politischen Prozesses" und erklärte, dass der Vorsitzende der Sozialdemokraten, Mindaugas Sinkevicius, der als ihr Nachfolger gehandelt wird, das Amt bereits im vergangenen Jahr hätte übernehmen sollen, dieser Schritt jedoch "lediglich aufgeschoben" worden sei. Weitere Details nannte Ruginiene nicht.

Präsident Gitanas Nauseda hat den Rücktritt der Regierung akzeptiert. Für Nauseda hat nun eine 15-tägige Frist begonnen, um dem Parlament einen Kandidaten für das Amt des Premierministers vorzuschlagen. Die Minister bleiben gemäß der Verfassung vorläufig im Amt. Bis zur Wahl eines neuen Premierministers und einer neuen Regierung wird Ruginiene die Übergangsregierung leiten.

Der 45-jährige Sinkevicius, der als Nachfolger von Ruginiene gilt, wird sein Kabinett bilden, nachdem er vom Präsidenten nominiert und seine Kandidatur vom Parlament bestätigt wurde. Das Kabinett muss anschließend ein Abstimmungsverfahren im Parlament durchlaufen.

Mitte Juni hatten die Sozialdemokraten die Zusammenarbeit mit ihrem Koalitionspartner, der Partei Morgenröte von Nemunas, beendet. Anstelle der Partei Morgenröte von Nemunas hatten die Sozialdemokraten die Demokratische Union Litauens in die Regierung aufgenommen. Nach der Bildung der neuen Regierung wird erwartet, dass Ruginiene im Rahmen einer geplanten Reihe von Ministerwechseln auf ihren früheren Posten als Sozialministerin zurückkehrt.