Reuters: Hamas akzeptiert US-Vorschlag für Gespräche über israelische Geiseln
Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen hochrangigen Hamas-Vertreter berichtet, hat die Hamas einen Vorschlag der USA akzeptiert, 16 Tage nach Beginn der ersten Phase eines dreistufigen Waffenstillstandsabkommens Verhandlungen über die Freilassung von Geiseln, darunter auch israelische Soldaten, aufzunehmen.
İHA
Die Verhandlungen über einen Waffenstillstand im Gazastreifen und die Freilassung von Geiseln haben wieder an Fahrt gewonnen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen hochrangigen Hamas-Vertreter berichtet, hat die Hamas einen Vorschlag der USA akzeptiert, 16 Tage nach Beginn der ersten Phase eines dreistufigen Abkommens Verhandlungen über die Freilassung von Geiseln, darunter auch israelische Soldaten, aufzunehmen.
Demnach hat die Hamas die Bedingung aufgegeben, dass Israel sich vorab zu einem dauerhaften Waffenstillstand verpflichten müsse, um dem dreistufigen Abkommen zuzustimmen. Der Hamas-Vertreter erklärte, dies werde es ermöglichen, eine solche Verpflichtung während der ersten Phase, die einen sechswöchigen Waffenstillstand vorsieht, durch Verhandlungen zu erreichen.
In dem Bericht wird ein namentlich nicht genannter palästinensischer Beamter, der den internationalen Vermittlungsbemühungen nahestehen soll, mit den Worten zitiert, dass der Vorschlag bei einer Annahme durch Israel zu einem Rahmenabkommen führen und den seit neun Monaten andauernden Krieg im Gazastreifen beenden könnte. Eine Quelle aus dem israelischen Verhandlungsteam erklärte, es bestehe "tatsächlich eine Chance, eine Einigung zu erzielen".
Zudem wird in dem Bericht darauf hingewiesen, dass die US-Regierung vor den Präsidentschaftswahlen im November intensiv auf ein Friedensabkommen im Gazastreifen hinarbeitet.
Vonseiten der israelischen Regierung oder der Hamas gab es bisher keine offizielle Stellungnahme zu diesem Thema.
DER DREISTUFIGE WAFFENSTILLSTANDSPLAN
Die erste Phase des dreistufigen Waffenstillstandsplans, den US-Präsident Joe Biden Ende Mai angekündigt hatte, sieht während eines sechswöchigen Waffenstillstands die Freilassung älterer, kranker und weiblicher Geiseln im Gazastreifen im Austausch gegen palästinensische Häftlinge, den Abzug der israelischen Armee aus den Wohngebieten im Gazastreifen, die Rückkehr vertriebener palästinensischer Zivilisten sowie die sichere Lieferung humanitärer Hilfe in den Gazastreifen vor.
Die zweite Phase des Vorschlags umfasst die Freilassung aller noch lebenden Geiseln, einschließlich der israelischen Soldaten im Gazastreifen, den vollständigen Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen und ein dauerhaftes Ende der Feindseligkeiten. Die dritte Phase besteht aus der Übergabe der Leichname verstorbener Geiseln und dem Beginn eines umfassenden Wiederaufbauplans für den Gazastreifen.
Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten teilte gestern mit, dass der Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes MOSSAD, David Barnea, nach Gesprächen mit Vermittlern in Katar in sein Land zurückgekehrt sei und die Verhandlungen in der kommenden Woche fortgesetzt würden.