RSF belegt, dass Israel Journalisten 'vorsätzlich' tötet: Aufruf zum 'Kampf gegen Straflosigkeit'

Reporter ohne Grenzen (RSF) hat bei der Internationalen Strafgerichtshof Klage gegen Israel eingereicht, weil das Land Journalisten im Gazastreifen 'vorsätzlich' ins Visier genommen haben soll. RSF erklärte gegenüber dem Gericht, Beweise für die Tötung von Journalisten vorzulegen.

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12PUNTO AUSLANDSREDAKTION

Reporter ohne Grenzen (RSF) hat seine vierte Klage beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wegen der Kriegsverbrechen eingereicht, die die israelische Armee im Gazastreifen begangen hat. RSF kündigte die Klage mit den Worten an: 'Der Schutz von Journalisten beginnt mit dem Kampf gegen Straflosigkeit.'

Der Direktor für Advocacy und Unterstützung bei RSF, Antoine Bernard, äußerte sich dazu wie folgt:

'RSF reicht beim IStGH seine vierte Klage wegen der Verbrechen ein, die Israel gegen Journalisten im Gazastreifen begangen hat. Unsere Kollegen werden mit einer beispiellosen Geschwindigkeit massakriert; mehr als 130 Journalisten wurden im vergangenen Jahr von der israelischen Armee getötet. Wir konnten hinreichende Gründe für eine vorsätzliche Zielerfassung in neun neuen Todesfällen vorlegen. Solange diese Morde ungestraft bleiben, wird es für die Täter keinen Grund geben, aufzuhören. Der Schutz der Journalisten in Gaza beginnt mit dem Kampf gegen Straflosigkeit. Wir fordern den IStGH-Ankläger auf, diese Klagen als vorrangige und dringende Angelegenheit zu untersuchen und Maßnahmen zu ergreifen. Ohne die Journalisten in Gaza werden wir den Zugang zu Informationen über die Lage vor Ort verlieren. Schützen Sie sie sofort!'

RSF hatte seine erste Klage am 1. November 2023 eingereicht. Die zweite Klage folgte am 22. Dezember, die dritte am 27. Mai 2024. Nach den ersten beiden Klagen versicherte das Büro des IStGH-Anklägers Karim Khan der Organisation RSF, dass die gegen Journalisten begangenen Verbrechen im Rahmen der laufenden Ermittlungen zur Situation in Palästina untersucht würden.

Seit 2018 war die Arbeit von RSF maßgeblich daran beteiligt, die Ermittlungen des IStGH zu Verbrechen gegen Journalisten voranzutreiben.

Angesichts des Ausmaßes der Ereignisse entschied sich RSF am 24. September 2024 zur Einreichung einer vierten Klage. RSF dokumentierte, dass bei Angriffen zwischen Dezember 2023 und September 2024, die neun Journalisten zum Ziel hatten, Vorsatz vorlag; in den dokumentierten Vorfällen tötete Israel acht Journalisten und verletzte einen weiteren.

'BEISPIELLOSES MASSAKER'

Eines der neun Opfer, der Korrespondent von Shams News, Muhammad Mahmoud Abu Sharia, wurde am 1. Juli 2024 bei einem israelischen Luftangriff getötet, während er in der Nähe seines Hauses arbeitete. Bei dem Luftangriff kamen zudem sieben weitere Zivilisten ums Leben.

Die Al-Jazeera-Korrespondenten Ismail al-Ghoul und Rami al-Rifi wurden am 31. Juli 2024 während ihrer Arbeit gezielt getötet. RSF veröffentlichte einen Untersuchungsbericht, der die Rechtfertigungen Israels für das Verbrechen sowie die Umstände der Tragödie beleuchtet.

Achtzehn Tage später töteten zwei Schüsse aus einem israelischen Panzer den freien Journalisten Ibrahim Muhareb, während er berichtete und seine Presseweste trug.

Wie RSF berichtete, war der Angriff so heftig, dass Muharebs Leiche erst am nächsten Abend gefunden werden konnte. Ein weiterer Journalist wurde durch Schüsse verletzt, überlebte den Angriff jedoch.

ISRAEL HAT AUF BEWEISE NICHT GEANTWORTET

Als RSF die Vorfälle hinterfragte, begnügte sich die israelische Armee lediglich mit der Aussage, dass sich der Vorfall nicht so ereignet habe, wie von RSF geschildert, und lehnte weitere Erklärungen ab.

Dem Bericht zufolge gehören zu den weiteren Opfern auch die beiden Fotojournalisten Ayman und Ibrahim Muhammad al-Gharbawi, die am 27. April 2024 bei einem gezielten Drohnenangriff getötet wurden.

Die eingehende Untersuchung der Organisation lieferte hinreichende Gründe für die Annahme, dass der Korrespondent von Palestine TV, Muhammad Abu Hatab, sowie der Korrespondent von Al-Istiqlal, Muhammad Nasr Abu Huwaidi, am 2. November bzw. 23. Dezember 2023 bei gezielten israelischen Angriffen getötet wurden.

RSF FORDERT STRAFVERFOLGUNG ISRAELS

Journalisten fordern den IStGH auf, diese Verbrechen vorrangig zu untersuchen. Zudem verlangt die Organisation eine Untersuchung der Tötung von mehr als 130 Journalisten, die seit dem 7. Oktober im Gazastreifen von israelischen Streitkräften getötet wurden (davon 32 während ihrer Arbeit gezielt ins Visier genommen).

In der Mitteilung von RSF heißt es:

'Vor allem fordert RSF den IStGH-Ankläger auf, Anklage gegen die durch ihre Ermittlungen identifizierten Täter zu erheben.'

Die Klagen von RSF stützen sich auf umfangreiche Recherchen, die von Korrespondenten und anderen Quellen vor Ort trotz der Blockade und der schwerwiegenden Kommunikationsprobleme im Gazastreifen zusammengetragen wurden. Dieser Rechercheprozess berücksichtigte verschiedene Inhalte, darunter Videos, Zeugenaussagen und Online-Dokumente.