RSF-Daten belegen: Unabhängiges Arbeiten ist für Journalisten in der Türkei eine große Herausforderung
Anlässlich des Weltflüchtlingstages berichtete Reporter ohne Grenzen (RSF), dass sich die Zahl der Länder, die Journalisten ins Exil zwingen, innerhalb von fünf Jahren verdoppelt hat. Die Daten zur Türkei im Bericht sind äußerst bemerkenswert. Die Türkei ist für Journalisten sowohl ein Zufluchtsort als auch ein Land, aus dem sie ins Exil getrieben werden.
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Nach Angaben des Hilfsbüros von RSF International wurden in 65 Ländern mindestens ein Journalist ins Exil gezwungen; in 20 dieser Länder mussten mindestens 10 Journalisten ihre Heimat verlassen.
Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der betroffenen Länder verdoppelt und stieg von 19 im Jahr 2021 auf 40 im Jahr 2025. Im gleichen Zeitraum wurde auch ein Anstieg der Zahl der exilierten Journalisten beobachtet, die Unterstützung von RSF erhielten: 235 im Jahr 2021 und 243 im Jahr 2025.
Viele dieser Journalisten sind jedoch auch in den Ländern, in denen sie vorübergehend Zuflucht gefunden haben, nicht sicher. In Pakistan hält das unsichere Umfeld an, das durch die Spannungen zwischen der pakistanischen Regierung und dem Taliban-Regime entsteht.
Im Jahr 2023 wurde eine Politik der massenhaften Abschiebung afghanischer Flüchtlinge eingeleitet. Dadurch wurden mindestens 50 Journalisten zwangsweise nach Afghanistan zurückgeschickt. Aufenthaltsvisa für afghanische Exilanten werden mittlerweile nur noch selten verlängert, was sie in eine illegale Lage bringt.
DIE TÜRKEI VERSAGT BEIM SCHUTZ DER PRESSEFREIHEIT, HEBT SICH JEDOCH BEI DER AUFNAHME VON JOURNALISTEN HERVOR
In einigen Ländern erfolgt die Aufnahme von Journalisten, die aus Konfliktgebieten geflohen sind, zeitgleich mit der Vertreibung lokaler Reporter, die die Behörden kritisieren. Ägypten hat seit 2021 mindestens 31 von RSF unterstützte Journalisten aufgenommen, bei denen es sich mehrheitlich um Sudanesen und Palästinenser handelt. Einige von ihnen berichten weiterhin aus dem Land, wie etwa sudanesische Medienorganisationen, die sich dort niedergelassen haben. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass mehr als 300 Journalisten aufgrund des Konflikts im Sudan nach Ägypten geflohen sind.
Diese Medienorganisationen stehen jedoch weiterhin unter der Zensurdrohung der sudanesischen Regierung, unterstützt durch ihren ägyptischen Verbündeten.
Ein Journalist, der anonym bleiben wollte, erklärte 2025 gegenüber RSF: „Die Einschüchterungsmaßnahmen, die von der Verbannung aus dem Land bis hin zu Morddrohungen und Verleumdungskampagnen reichten, zielten insbesondere auf den Moderator der Sendung ab; der Moderator wurde gezwungen, eine Erklärung zur Unterstützung der sudanesischen Armee abzugeben.“
Darüber hinaus flohen im gleichen Zeitraum mindestens 11 Journalisten aus Ägypten. Das Land bleibt weiterhin eines der größten Gefängnisse der Welt für Journalisten. 18 Journalisten sind inhaftiert, weil sie ihre Arbeit ausgeübt haben.
Der Bericht von RSF zeigt, dass es in der Türkei einen ähnlichen Trend gibt.
Als regionales Zentrum für Flüchtlinge haben sich hier seit 2021 mindestens 46 Journalisten niedergelassen, die aus Afghanistan, Palästina oder Syrien geflohen sind.
Unabhängiges Arbeiten bleibt jedoch für Journalisten in der Türkei eine große Herausforderung. Laut den Daten des Hilfsprogramms von RSF sind zwischen 2021 und 2025 mindestens 10 Journalisten aus dem Land geflohen. Auch innerhalb des Landes werden Journalisten weiterhin wegen ihrer Berichterstattung vor Gericht gestellt.