Russland äußert sich nach Netanyahus Ablehnung eines Waffenstillstands

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte, dass jede zusätzliche Spannung im Nahen Osten die ohnehin schon schwierige Lage im Gazastreifen weiter verschlechtern würde.

AA

Sacharowa äußerte sich während ihrer wöchentlichen Pressekonferenz in der Hauptstadt Moskau zu aktuellen Themen.

Auf die Frage, wie sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran auf die Situation im Gazastreifen auswirken könnten, antwortete Sacharowa: "Jede zusätzliche Spannung, die in der Region entsteht, wird die ohnehin schon schreckliche Lage im Gazastreifen weiter verschlechtern."

Sacharowa führte dazu aus:

"Wie wir bereits betont haben, ist es für eine Verbesserung der Lage erforderlich, einen Waffenstillstand zu erreichen, humanitären Organisationen die uneingeschränkte Arbeit ohne Vorbedingungen zu ermöglichen und einen politischen Prozess einzuleiten, der darauf abzielt, die Zwei-Staaten-Lösung im Rahmen des Völkerrechts umzusetzen. Jede Eskalation wird zunächst die Lage der Zivilbevölkerung und anschließend die der Staaten und Völker in der Region verschlechtern."

In Bezug auf die Aussage des israelischen Oppositionsführers Jair Lapid, dass man "Russland die Unterstützung für die Hamas-Führung lange nicht verzeihen werde", kommentierte Sacharowa: "Werden Lapid und diejenigen, die sich ähnlich wie Lapid äußern, auch ihren amerikanischen Verbündeten die Unterstützung für die Hamas lange nicht verzeihen? Werden sie auch unsere Bemühungen zur Freilassung der Geiseln, die sich im Oktober 2023 unter schrecklichen Bedingungen befanden, nicht verzeihen? Solche Aussagen sind nur für diejenigen nützlich, die Zwietracht zwischen unseren Ländern säen wollen."

Zur Äußerung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dass "Frankreich die Verantwortung trage, sein nukleares Potenzial der Europäischen Union (EU) zur Verfügung zu stellen", betonte Sacharowa, dass "das Thema Atomwaffen sensibel sei und man daher bei entsprechenden Äußerungen auf die Wortwahl achten müsse."

Sacharowa sagte dazu:

"Vor wem genau will Macron die EU-Mitglieder durch den Einsatz von Atomwaffen schützen? Eine gute Frage. Wenn unser Land als potenzieller Aggressor gemeint ist, dann muss das auch so formuliert werden. Sollte dies der Fall sein, dann geht es hier wieder um die vermeintliche Bedrohung durch Russland für die EU und die NATO, die nur in den kranken Fantasien westlicher Politiker existiert. Daher führt Macrons zweifelhafte Rhetorik zu einer Zunahme von Misstrauen und Konfliktpotenzial auf dem europäischen Kontinent."

REAKTION AUF ARMENIEN

Bezüglich der Aussage des armenischen Premierministers Nikol Paschinjan, dass "Russland aus verschiedenen Gründen kein Schlüsselpartner für Armenien im Verteidigungs- und militärtechnischen Bereich mehr sein könne", betonte Sacharowa, dass Russland und Armenien Verbündete seien.

Sacharowa erklärte: "Die Interessen des armenischen Volkes sind untrennbar mit guten nachbarschaftlichen Beziehungen zu Russland verbunden. Wir hoffen, dass die armenische Führung dies berücksichtigt und im Rahmen der aktuellen geopolitischen Veränderungen die richtige Wahl trifft."

Sacharowa wies darauf hin, dass zwischen Russland und Armenien Abkommen in den Bereichen Sicherheit sowie militärische Technik bestehen, und betonte, dass die Zusammenarbeit im Rahmen der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) den Interessen Armeniens entspreche.

"WIR WERDEN ANTWORTEN"

Sacharowa wies darauf hin, dass die NATO vom 3. bis 14. März ein Militärmanöver namens "Nordic Response" plane und dass dieses in der Nähe der russischen Grenzen stattfinden werde.

Sacharowa sagte: "Russland wird die Aufstockung des militärischen Potenzials der NATO an seinen Grenzen nicht unbeantwortet lassen und angemessene Verteidigungsmaßnahmen gegen Bedrohungen seiner nationalen Sicherheit ergreifen."

Zur Entscheidung Schwedens, die Ermittlungen zu den Gaslecks an den russischen Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 in der Ostsee einzustellen, sagte Sacharowa, dass "Schweden Angst davor habe, die Wahrheit über die Vorfälle an den Pipelines ans Licht zu bringen, während Russland seine eigenen Ermittlungen durchführe und nicht plane, die Ergebnisse zu verheimlichen."