Russlands brisanter Schachzug

Russland wird einen Stützpunkt in Otschamtschire an der Schwarzmeerküste Abchasiens errichten. Der pro-russische Anführer der Region Abchasien, Aslan Bschania, gab die Unterzeichnung des Abkommens bekannt.

12punto

Der Krieg in der Ukraine ist in seinen 20. Monat eingetreten. Im Rahmen der „Gegenoffensive“, die die Kiewer Regierung gestartet hat, um verlorene Gebiete zurückzugewinnen, zielt sie verstärkt auf die Krim, die Russland 2014 annektiert hat, sowie auf die Schwarzmeerflotte ab.

Seitdem die Ukraine ihre Angriffe im Schwarzen Meer intensiviert hat und Russland im Juli aus einem Abkommen ausgestiegen ist, das die sichere Durchfahrt von Frachtschiffen zu den ukrainischen Schwarzmeerhäfen garantierte, setzen sowohl Moskau als auch Kiew ihre Angriffe auf die strategisch wichtige Wasserstraße fort.

ERRICHTUNG AN DER KÜSTE ABCHASIENS

Nach dem Angriff auf das Hauptquartier der Schwarzmeerflotte im vergangenen Monat, der Dutzende Todesopfer forderte, hat Moskau nun einen bemerkenswerten Schritt vollzogen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP gab der Chef der russischen Marine heute bekannt, dass an der Küste der georgischen Separatistenregion Abchasien ein Stützpunkt errichtet werden soll.

„WIR HABEN EIN ABKOMMEN UNTERZEICHNET“

Der pro-russische Anführer der Region Abchasien, Aslan Bschania, erklärte gegenüber der russischen Zeitung Iswestija: „Wir haben ein Abkommen unterzeichnet, und in naher Zukunft wird in der Region Otschamtschire ein ständiger Stationierungspunkt für die russische Marine eingerichtet werden.

All dies zielt darauf ab, die Verteidigungskapazitäten sowohl Russlands als auch Abchasiens zu erhöhen“, sagte er.

Bschania, dessen Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für diese Woche geplant ist, betonte zudem, dass die Zusammenarbeit mit Russland fortgesetzt werde und sagte: „Dies schützt die grundlegenden Interessen sowohl Abchasiens als auch Russlands. Sicherheit steht über allem.“

KÖNNTE EIN ALTERNATIVER STÜTZPUNKT SEIN

Während der Schritt Russlands für großes Aufsehen sorgt, wird in westlichen Medienberichten behauptet, dass der in Otschamtschire zu errichtende Militärstützpunkt als Alternative zu Sewastopol gedacht sei.

Russland unterhält bereits ständige Militärstützpunkte in Abchasien sowie in Südossetien, einer weiteren von Moskau unterstützten Separatistenregion. Russland hatte diese beiden Regionen nach dem Krieg gegen Georgien im Jahr 2008 als unabhängige Staaten anerkannt.