Schengen-Termine auf dem Schwarzmarkt
Während türkische Staatsbürger bei der Beantragung von Schengen-Visa auf große Schwierigkeiten stoßen, stehen Vorwürfe im Raum, dass Termine auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden. Während es nahezu unmöglich geworden ist, Termine für Visa für Deutschland und Italien zu finden, wird berichtet, dass nicht autorisierte Vermittlungsfirmen ein System etabliert haben, in dem diese Termine für bis zu 1000 Euro verkauft werden.
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Während die Schengen-Visakrise für türkische Staatsbürger zunimmt, ist bereits die Terminvereinbarung ein großes Problem. Während im System keine Visatermine für Deutschland und Italien zu finden sind, verkaufen nicht autorisierte Vermittlungsfirmen die massenhaft ergatterten Termine auf dem Schwarzmarkt. Wer lediglich einen Termin vereinbaren möchte, muss statt 45 Euro fast tausend Euro zahlen.
WARNUNG VOR FEHLENDEN VERFÜGBAREN DATEN
Dem Bericht von Ekonomim zufolge sind die über die offizielle Antragsplattform iDATA versuchten Vorgänge für Visa für Deutschland und Italien weitgehend unter die Kontrolle von Vermittlern geraten. Während Termine in allen Kategorien, vom Touristenvisum bis zur Familienzusammenführung, erst für Monate im Voraus vergeben werden, verkaufen Vermittlungsfirmen diese Termine zu Preisen zwischen 200 und 1000 Euro. Wer direkt über die offizielle Website einen Termin vereinbaren möchte, stößt meist auf die Warnung „kein passendes Datum verfügbar“.
VERMITTLER VERKAUFEN TERMINE FÜR TAUSEND EURO
In Ankara und Izmir verkaufen Vermittler Termine für 200 Euro, in Istanbul liegt der Tarif bei 250 Euro. Unter der Bezeichnung „Gold“- oder „VIP“-Antrag werden Termine für bis zu 1000 Euro angeboten. Dabei liegt die offizielle Servicegebühr von iDATA bei etwa 45 Euro. Vermittlungsfirmen tätigen über das System Massenbuchungen, drängen gewöhnliche Antragsteller in den Hintergrund und steuern die Vorgänge willkürlich.
NOCH KEINE ANTWORT VOM DEUTSCHEN KONSULAT
Das Ausbleiben einer Antwort des deutschen Konsulats, die mangelnde Überprüfbarkeit des iDATA-Systems und Betrugsfälle mit gefälschten E-Mails verschärfen die Krise. Während Menschen, die auf eine Familienzusammenführung warten, Studenten und Geschäftsleute monatelang warten, wechseln Millionen Euro auf informellem Wege den Besitzer. Die von Personen, deren Visum abgelehnt wurde, gezahlten Gebühren werden nicht erstattet, und auch die Gründe für die Ablehnung werden nicht erläutert.