Schweizer Gericht verurteilt ehemaligen gambischen Innenminister zu 20 Jahren Haft
Ein Schweizer Gericht hat Ousman Sonko, den ehemaligen Innenminister unter der Regierung des im Exil lebenden gambischen Präsidenten Yahya Jammeh, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt.
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Berichten der nationalen Presse zufolge gab das Schweizer Bundesstrafgericht in Bellinzona in seinem Urteil bekannt, dass Sonko während der 22-jährigen Regierungszeit von Jammeh wegen vorsätzlicher Tötung, Folter und rechtswidriger Inhaftierungen schuldig gesprochen wurde.
Das Gericht verurteilte Sonko wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren.
Sonko, der im September 2016 in Gambia seines Amtes als Innenminister enthoben wurde, hatte im November 2016 in der Schweiz Asyl beantragt und wurde im Januar 2017 in Gewahrsam genommen.
Schweizer Staatsanwälte hatten Sonko im April 2023 beschuldigt, während seiner Amtszeit als Innenminister zwischen 2006 und 2016 „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ wie Folter, Vergewaltigung und außergerichtliche Hinrichtungen begangen zu haben.
Sonko hingegen hatte argumentiert, er habe keine Verbrechen begangen und es seien zu jener Zeit in Gambia keine „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ verübt worden.
22 JAHRE LANG DAS LAND REGIERT
Der ehemalige Präsident Jammeh hatte am 22. Juli 1994 durch einen Militärputsch die Macht in Gambia übernommen und das Land 22 Jahre lang regiert.
Yahya Jammeh wurde während seiner Amtszeit beschuldigt, verschiedene Menschenrechtsverletzungen wie „Folter, Vergewaltigung und außergerichtliche Hinrichtungen“ begangen zu haben, und unterlag bei der Präsidentschaftswahl am 1. Dezember 2016 seinem Herausforderer Adama Barrow.
Jammeh erkannte die Ergebnisse nicht an und wies die Forderungen zurück, die Macht abzugeben.
Jammeh, der das Amt am 19. Januar 2017 an Barrow hätte übergeben müssen, hatte am 17. Januar einen 90-tägigen Ausnahmezustand ausgerufen. Dem Druck nicht mehr gewachsen, verließ Jammeh am 21. Januar 2017 das Land und begab sich nach Äquatorialguinea.