Selenskyj entlässt 15 Generäle... „Schlächter“ Syrskyj übernimmt die Führung der ukrainischen Armee

In der Ukraine wurde Generalstabschef Walerij Saluschnyj seines Amtes enthoben; sein Nachfolger ist Oleksandr Syrskyj, der als „taktisches Genie“ gilt.

12punto

Die Ansicht, dass Präsident Selenskyj kritische Veränderungen in der Führungsebene der ukrainischen Armee vornehmen könnte, stand bereits seit einiger Zeit im Mittelpunkt westlicher Medienanalysen. Die ukrainische Regierung gab die Entlassung von 15 hochrangigen Generälen bekannt; unter den Entlassenen befindet sich auch eine der populärsten Figuren des Landes, Generalstabschef Saluschnyj.

Der Nachfolger von Saluschnyj ist Oleksandr Syrskyj, der bisher durch seine Erfolge im Krieg von sich reden machte. Obwohl Syrskyj an der Front Erfolge erzielt hat, ist er aufgrund seiner Taktiken eine umstrittene Persönlichkeit. Der neue Generalstabschef ist in den Medien vor allem unter dem Spitznamen „Schlächter“ bekannt, der ihm verliehen wurde, weil er angeblich „Verluste nicht allzu sehr gewichtet“. Auch wenn Syrskyjs Ruf mit Angst vermischt ist, war er bisher einer der Kommandanten, gegen die Russland am meisten Schwierigkeiten hatte, konkrete Erfolge zu erzielen. 

Der entlassene Saluschnyj wollte zuvor 500.000 Männer für den Krieg mobilisieren, doch Selenskyj lehnte diesen Plan mit Verweis auf den Munitionsmangel des Landes ab. Die US-Presse berichtete, dass Selenskyj den Mobilisierungsplan nicht umgesetzt habe, weil er große Proteste fürchtete.  

Die Personalveränderungen wurden nicht nur aus militärischen Gründen vorgenommen. Laut einer Analyse der Nachrichtenseite Kyiv Post waren neben kleineren Niederlagen an der Front auch Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Armee sowie organisatorische Probleme für die Entscheidung ausschlaggebend. Wie die BBC berichtet, wird die ukrainische Armee seit Beginn des Krieges von Vorwürfen erschüttert, wonach Kommandeure gegen Geld Deserteure freiließen.  

Die wichtigste Aufgabe des neuen Generalstabschefs besteht darin, einen Weg zu finden, den schwindenden Personalbestand und die Munitionsprobleme zu bewältigen, um auf eine mögliche russische Offensive im Frühjahr vorbereitet zu sein.  

„ER HAT MICH WIE EIN STÜCK FLEISCH IN DEN TOD GESCHICKT…“

Andererseits hat der Name Syrskyj auch zu Kontroversen geführt. Al Jazeera berichtete, dass ein Soldat, der anonym bleiben wollte, sagte: „Dieser Mann hat mich wie ein Stück Fleisch in den Tod geschickt.“ In dem Bericht wurde zudem erwähnt, dass der Soldat behauptete, Soldaten, die sich über Korruption beschwerten, seien an die gefährlichsten Frontabschnitte geschickt worden, um dort getötet zu werden.