Seltsame 'Unterschriften'-Entscheidung in Russland: Putins Herausforderer von der Wahl ausgeschlossen
In Russland darf der Antikriegs-Politiker Boris Nadeschdin bei der Wahl im nächsten Monat nicht kandidieren. Obwohl Nadeschdin die erforderlichen 100.000 Unterschriften mit 105.000 sogar übertraf, wurden die eingereichten Unterschriften für ungültig erklärt. Seine Familie hatte zuvor bereits ihre Sorge um seine Sicherheit geäußert.
Suat Tekin
12 PUNTO AUSLANDSNACHRICHTEN
Während in Russland für eine Präsidentschaftskandidatur die Bedingung von 100.000 Unterschriften gilt, wurde die maximale Anzahl der Unterschriften, die Kandidaten einreichen dürfen, auf 105.000 festgelegt.
Der in Russland zuletzt an Popularität gewinnende, für seine Antikriegshaltung bekannte und als Abgeordneter in der Duma tätige Boris Nadeschdin hatte die maximal zulässige Anzahl an Unterschriften eingereicht.
EINSPRUCH ABGELEHNT
Die Zentrale Wahlkommission erklärte die Unterschriften während der Sitzung zur Entscheidung über Nadeschdins Kandidatur für ungültig und verkündete ihre Entscheidung noch in derselben Sitzung ohne Verzögerung.
Der Antrag von Nadeschdin, der nach der Entscheidung eine Fristverlängerung forderte, wurde ebenfalls abgelehnt.
Nadeschdin erklärte daraufhin, dass er vor den Obersten Gerichtshof Russlands ziehen könne.
Vor der Ungültigerklärung der Unterschriften und dem Ausschluss seiner Kandidatur hatte Nadeschdin seine Kampagne durch Tausende Freiwillige organisiert, die für ihn arbeiteten. Der russische Politiker war der einzige Präsidentschaftskandidat, der sich offen gegen den andauernden Krieg in der Ukraine aussprach.
FAMILIE IN SORGE
Nadeschdin gab im vergangenen Monat CNN International ein Interview und sagte, dass 'seine Familie um seine Sicherheit besorgt sei'.
Als Grund für diese Sorgen wird der massive Druck auf die Opposition in Russland angeführt. In den vergangenen Jahren wurden viele russische Oppositionelle inhaftiert, weil sie Putin kritisierten.
Bei der Wahl im nächsten Monat wird erwartet, dass Wladimir Putin erneut zum Präsidenten gewählt wird.
In westlichen Medien wird häufig kommentiert, dass es sich bei den Wahlen in Russland um eine 'Formalität' handele.