Sie wollte für ihre Liebsten singen und wurde wegen fehlenden Kopftuchs verhaftet

Die iranische Sängerin Parastoo Ahmedi wurde nach einem Konzert, das sie ohne Kopftuch auf YouTube gab, verhaftet. Das als Protest veröffentlichte Konzert wurde von 74.000 Menschen angesehen. Iranische Behörden bezeichneten Ahmedis Handlungen als eine 'offene Herausforderung der Moralgesetze'.

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Die iranische Sängerin Parastoo Ahmedi wurde am Samstag nach einem Konzert, das sie ohne Kopftuch auf YouTube gab, verhaftet. Ihr Anwalt Milad Panahipor bestätigte, dass Ahmedi in der Provinz Mazandaran in Gewahrsam genommen wurde. Der Anwalt von Ahmedi sagte: “Bis heute Mittag wussten wir nichts über den Status meiner Mandantin. Leider haben wir erfahren, dass sie verhaftet wurde.” Es wurde berichtet, dass auch Ehsan Birghidar und Soheil Fakih Nasiri aus Ahmedis Musikgruppe verhaftet wurden.

Ahmedi lehnte sich mit ihrem Konzert am Mittwoch gegen die strengen Moralgesetze für Frauen im Iran auf. Im Iran ist es für Frauen nicht nur Pflicht, ein Kopftuch zu tragen, sondern es ist ihnen auch verboten, öffentlich zu singen. Ahmedi sagte zu Beginn des Konzerts: “Ich möchte für meine Liebsten singen. Das ist ein Recht, das ich nicht länger ignorieren kann. Ich singe für dieses Land, das ich liebe.”

TROTZ VERBOTEN VIEL GETEILT

Das Konzert wurde in einer Umgebung ohne Publikum durchgeführt und live auf YouTube übertragen. Obwohl der Zugang zu YouTube im Iran eingeschränkt ist, wurde das Konzert innerhalb von 12 Stunden nach der Veröffentlichung 74.000 Mal angesehen.

Nachdem das Konzert im Internet weit verbreitet wurde, stürmten Sicherheitskräfte Ahmedis Haus und nahmen sie fest. Es wurde berichtet, dass Ahmedis Aussage bei der Staatsanwaltschaft Teheran aufgenommen wurde.

Die iranischen Behörden kündigten an, dass Ahmedi unmittelbar nach der Veröffentlichung des Konzerts vor Gericht gestellt werde. Lokale Medien berichteten, dass Ahmedis Auftritt ohne Kopftuch und ihr Gesang als offene Herausforderung der iranischen Moralgesetze gewertet wurden.

PROTESTE NEHMEN ZU

Im Iran nehmen die Proteste von Frauen gegen die Moralgesetze zu. Ein weiterer Protest ereignete sich vor etwa zwei Monaten an der Azad-Universität in Teheran.

In einem Video, das Anfang November in den sozialen Medien verbreitet wurde, war zu sehen, wie Mahla Daryaei, die von ihren Freunden 'Ahoo' genannt wird, angeblich von Milizen, die der iranischen Regierung nahestehen, geschlagen wurde.

Nach diesem Vorfall legte Daryaei ihre Kleidung ab und protestierte in Unterwäsche gegen die Regierung.

Daryaei, die nach dem Vorfall festgenommen wurde, war für einige Zeit in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden und wurde später freigelassen, ohne dass ein Verfahren gegen sie eingeleitet wurde.