Sieg der extremen Rechten in Deutschland: Stimmenanteil verdoppelt

Bei den vorgezogenen Bundestagswahlen in Deutschland sind die Unionsparteien (CDU/CSU) mit 29 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft hervorgegangen. Die rechtsextreme AfD konnte ihren Stimmenanteil verdoppeln und landete auf dem zweiten Platz, während die SPD deutliche Verluste hinnehmen musste.

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Bei der Bundestagswahl in Deutschland sind die Unionsparteien (CDU/CSU) laut ersten Prognosen mit 29 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft hervorgegangen.

Die Stimmabgabe bei den vorgezogenen Bundestagswahlen, bei denen rund 59,2 Millionen Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben konnten, endete um 18.00 Uhr Ortszeit.

CDU/CSU ERREICHT 29 PROZENT

Laut der ersten Prognose des ARD-Fernsehens erreichten die Unionsparteien (CDU/CSU), die den Vorsitzenden der Christlich Demokratischen Union (CDU), Friedrich Merz, als Kanzlerkandidaten ins Rennen schickten, 29 Prozent der Stimmen.

Der Stimmenanteil der CDU/CSU, bestehend aus der Christlich Demokratischen Union (CDU) und ihrer Schwesterpartei Christlich-Soziale Union (CSU) in Bayern, stieg im Vergleich zur Wahl 2021 um 4,9 Prozentpunkte.

VON ELON MUSK UNTERSTÜTZTE AFD VERDOPPELT STIMMENANTEIL

Die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) steigerte ihren Stimmenanteil im Vergleich zur vorangegangenen Wahl um 9,1 Prozentpunkte auf 19,5 Prozent und wurde zweitstärkste Kraft.

Die AfD wurde zudem von dem milliardenschweren Unternehmer Elon Musk unterstützt, der als hochrangiger Berater für den US-Präsidenten Donald Trump tätig ist.

HERBER RÜCKSCHLAG FÜR SCHOLZ-PARTEI

Der Stimmenanteil der Sozialdemokratischen Partei (SPD), die den amtierenden Bundeskanzler Olaf Scholz erneut als Kanzlerkandidaten aufgestellt hatte, sank im Vergleich zur letzten Wahl um 9,7 Prozentpunkte. Die SPD liegt mit 16 Prozent der Stimmen auf dem dritten Platz.

Sollte dieses Ergebnis Bestand haben, wäre dies das schlechteste Wahlergebnis der SPD bei Bundestagswahlen seit dem Zweiten Weltkrieg.

GRÜNE VERLIEREN, LINKE LEGT ZU

Der Stimmenanteil der Grünen sank im Vergleich zur Wahl 2021 um 1,2 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent.

Die Linke, die einen erfolgreichen Wahlkampf führte, konnte ihren Stimmenanteil im Vergleich zur vorangegangenen Wahl um 4,7 Prozentpunkte steigern. Laut der Prognose erreichte die Linke, deren Einzug in den Bundestag als sicher gilt, 8,5 Prozent der Stimmen.

FDP KÖNNTE AN DER PARLAMENTSGRENZE SCHEITERN

Die Freie Demokratische Partei (FDP), deren Austritt aus der Regierung die vorgezogenen Neuwahlen ausgelöst hatte, musste bei dieser Wahl ebenso wie die SPD schwere Verluste hinnehmen.

Der Stimmenanteil der FDP, der im Vergleich zur Wahl 2021 um 6,5 Prozentpunkte sank, liegt laut der ersten Prognose bei 4,9 Prozent. Sollte sich dieses Ergebnis bestätigen, würde die FDP bei einer Fünf-Prozent-Hürde knapp den Einzug in den Bundestag verpassen.

Das erstmals bei einer Bundestagswahl angetretene Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit (BSW) erreichte 4,7 Prozent der Stimmen.

Es bleibt abzuwarten, ob FDP und BSW die Fünf-Prozent-Hürde überspringen werden.

SITZVERTEILUNG

Nach der ersten Prognose sieht die Sitzverteilung im Deutschen Bundestag wie folgt aus:

CDU/CSU 211, AfD 142, SPD 116, Grüne 98, Die Linke 62.

Zudem wird der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), der die dänische Minderheit vertritt und aufgrund einer Sonderregelung von der Fünf-Prozent-Hürde befreit ist, mit einem Abgeordneten im Parlament vertreten sein.

Unterdessen wurde berichtet, dass die Wahlbeteiligung mit 84 Prozent den höchsten Stand seit 1990 erreicht hat.

Diesen Ergebnissen zufolge kann keine Partei alleine eine Regierung bilden.

MERZ PROKLAMIERT SIEG

Nach Abschluss der Wahl hieß es in einer Erklärung der CDU, der Partei von Merz: "Vielen Dank für Ihr Vertrauen, vielen Dank für Ihre Unterstützung! Die Wählerinnen und Wähler in Deutschland haben uns einen klaren Auftrag erteilt: Verantwortung für unser Land zu übernehmen und die nächste Bundesregierung zu führen. Dieses Vertrauen ist für uns Ansporn und Verpflichtung zugleich. Wir wissen, dass große Aufgaben vor uns liegen, und wir gehen sie mit Demut, Entschlossenheit und mit all unserer Kraft an. Wir wollen gemeinsam mit Ihnen die politische Wende für Deutschland schaffen und unser Land voranbringen!"

AFD: OFFEN FÜR KOALITIONSGESPRÄCHE MIT DER CDU

Die Kanzlerkandidatin der AfD, Alice Weidel, deren Partei ihren Stimmenanteil laut Prognosen im Vergleich zur letzten Wahl fast verdoppelt hat, erklärte in einer ersten Stellungnahme: "Für uns ein historischer Erfolg, das beste Ergebnis, das wir je erzielt haben. Wir haben unseren Stimmenanteil verdoppelt. Wir wollen Politik für unser Land machen. Wir sind offen für Koalitionsgespräche mit der CDU. In diesem Sinne muss die CDU dies auch akzeptieren. Andernfalls ist in Deutschland kein politischer Wandel möglich."