So rechtfertigten sie die Entlassungen: Radiosender feuert Journalisten und setzt auf Künstliche Intelligenz

Ein in Polen ansässiger Radiosender hat seine Journalisten entlassen und setzt den Sendebetrieb nun mit KI-generierten Moderatoren fort. Der ehemalige Radiomoderator Mateusz Demski hat eine Petition gestartet.

AA

Der Radiosender "OFF Radio Krakow" in der polnischen Stadt Krakau ist nach der Entlassung seiner Journalisten vor einigen Wochen mit einem Projekt für Künstliche Intelligenz auf Sendung gegangen.

RECHTFERTIGUNG FÜR DIE ENTLASSUNGEN

In einer Erklärung des Radiosenders wurde angekündigt, dass der Sendebetrieb mit KI-generierten Moderatoren fortgesetzt werde. Dabei wurde erklärt, dass man mit dem Experiment, bei dem "KI-generierte Charaktere als Journalisten fungieren, der Frage nachgehen wolle, ob diese Technologie eine Bedrohung oder eine Chance für Radio, Medien und Journalismus darstellt".

Mateusz Demski, der zuvor als Moderator beim Sender "OFF Radio Krakow" tätig war, startete aus Protest gegen das Projekt eine Petition.

Demski erklärte in seiner Stellungnahme, dass der Einsatz von KI-generierten Moderatoren im Sender "dazu führen werde, dass erfahrene Mitarbeiter in der Medienbranche durch Maschinen ersetzt werden".

Die Petition wurde bereits von mehr als 15.000 Menschen unterzeichnet.

Der stellvertretende polnische Ministerpräsident und Minister für Digitales, Krzysztof Gawkowski, äußerte sich auf seinem X-Social-Media-Account wie folgt: "Obwohl ich ein Fan der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz bin, werden zunehmend Grenzen überschritten. Künstliche Intelligenz sollte für Menschen eingesetzt werden und nicht gegen sie."

Der Eigentümer des Radiosenders, Marcin Pulit, erklärte hingegen, dass die Journalisten nicht wegen des KI-Projekts entlassen worden seien, sondern weil die Hörerzahlen "nahe null" gelegen hätten.