Sozialen Medien zur Rechenschaft ziehen: Online-Sicherheit in Großbritannien

Callum Hood, Forschungsleiter beim CCDP, erklärte, dass das „Online-Sicherheitsgesetz“, das 2024 vollständig in Kraft treten wird, den Social-Media-Plattformen neue Verpflichtungen auferlegen und für Rechenschaftspflicht sorgen wird.

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Das am 26. Oktober 2023 in Großbritannien verabschiedete „Online-Sicherheitsgesetz“ (Online Safety Act) erlegt Social-Media-Unternehmen weitreichende Verpflichtungen auf. Callum Hood, Forschungsleiter beim CCDP, teilte mit, dass die Social-Media-Plattformen mit dem vollständigen Inkrafttreten des Gesetzes im kommenden Jahr in eine „rechenschaftspflichtige“ Position rücken werden.

Das Gesetz verfolgt einen Null-Toleranz-Ansatz zum Schutz von Kindern auf Social-Media-Plattformen und stellt sicher, dass die Unternehmen für ihre Inhalte zur Verantwortung gezogen werden. Die Regulierungsbehörde Ofcom wird die Umsetzung des Gesetzes überwachen und kann gegen Unternehmen vorgehen, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Den Unternehmen drohen Geldstrafen von bis zu 18 Millionen Pfund oder bis zu 10 Prozent ihres weltweiten qualifizierten Umsatzes.

Hood wies darauf hin, dass soziale Medien und das Internet trotz ihrer positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft auch unerwünschte Folgen haben können. Er betonte insbesondere, dass Desinformation, die sich in sozialen Medien verbreitet, zu rechtsextremen Gewalttaten führe, was negative Auswirkungen auf Muslime und Migranten habe. Zudem erklärte er, dass über soziale Medien verbreitete Falschinformationen zu tiefen gesellschaftlichen Spaltungen und einem Klima des Misstrauens führten.

Der britische Premierminister Keir Starmer betonte, dass Social-Media-Unternehmen mehr Verantwortung bei der Entfernung schädlicher Inhalte übernehmen müssten, und äußerte die Absicht der Regierung, das Gesetz in diesem Bereich zu verschärfen. Starmer erklärte, dass ein wirksamerer Kontrollmechanismus gegen die Verbreitung von Inhalten auf Social-Media-Plattformen geschaffen werden müsse, die zu rechtsextremen Gewalttaten führen.

Hood wies darauf hin, dass Social-Media-Unternehmen die Gesetze der Länder einhalten müssten, und sagte: „Das Online-Sicherheitsgesetz zielt darauf ab, die Rechenschaftspflicht von Social-Media-Plattformen zu erhöhen. Derzeit können diese Plattformen Entscheidungen treffen, die ihren Nutzern schaden können, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Das muss sich ändern.“

Es wird erwartet, dass das Gesetz die Content-Management-Prozesse der Social-Media-Plattformen transparenter macht und ihre Verantwortung für den Schutz der Nutzer erhöht. In diesem Rahmen soll durch die Aufsichtsbefugnis von Ofcom die Sicherheit der Nutzer effektiver gewährleistet werden.