Spanien gewährt Migrantinnen, die Opfer sexueller Gewalt wurden, Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis

Die linke Minderheitskoalitionsregierung in Spanien hat einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der Migrantinnen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind, eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis sowie finanzielle Unterstützung gewähren soll.

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Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März trat der Ministerrat zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen.

Gleichstellungsministerin Ana Redondo erklärte nach dem Treffen, dass man dem Parlament einen Gesetzentwurf vorlegen werde, der sicherstellt, dass Migrantinnen, die Opfer sexueller Gewalt wurden und sich illegal in Spanien aufhalten, nicht abgeschoben werden. Zudem soll der Zugang zu jeglicher Form von Unterstützung erleichtert, das Recht auf Nutzung von Sozialwohnungen gewährt sowie eine befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erteilt werden.

„Dieses Gesetz wird für die betroffenen Frauen, die in Angst und Leid leben und die stets geschützt und betreut werden müssen, von großer Bedeutung sein“, sagte Redondo. Sie fügte hinzu, dass insbesondere Frauen im Prostitutionsgewerbe alle Rechte in Anspruch nehmen könnten, ohne eine Anzeige erstatten zu müssen, was ihnen auch Schutz vor mafiösen Strukturen garantiere.

Redondo merkte zudem an, dass „Opfern sexueller Gewalt, genau wie Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt, ein sechsmonatiges Arbeitslosengeld gewährt wird“.

Statistiken zufolge sind in den letzten 20 Jahren in Spanien 1245 Frauen infolge von Gewalt ums Leben gekommen.

Die Zahl der Frauen, die aufgrund von Gewalterfahrungen Anzeige erstatteten, wurde für das Jahr 2022 mit 182.078 und für 2023 mit 148.034 angegeben.

40 DEMONSTRATIONEN IN GANZ SPANIEN

Unterdessen fanden anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März in ganz Spanien rund 40 Demonstrationen statt.

Die größte der Kundgebungen wurde in der Hauptstadt Madrid abgehalten. Bei der Demonstration, bei der auch gegen die Angriffe Israels auf den Gazastreifen protestiert wurde, wurden Solidaritätsbotschaften an palästinensische Frauen gesendet.