Spannungen in der Straße von Hormus bedrohen Asiens Energiesicherheit

Die anhaltenden Konflikte im Persischen Golf haben die Versorgung mit Erdöl und Flüssiggas in Asien, insbesondere für China und Indien, die einen Großteil ihres Energiebedarfs aus dieser Region decken, ernsthaft gefährdet.

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Die seit über sieben Wochen andauernde Krise im Persischen Golf hatte die großen Importländer China und Indien dazu gezwungen, schnell vorübergehende Strategien zu entwickeln. Doch während diese Lösungen nach und nach erschöpft sind, wächst der Druck auf die Energiesicherheit beider Länder stetig.

China und Indien versuchten zu Beginn des Konflikts, ihren Bedarf an Erdöl und Flüssiggas durch direkte Lieferabkommen mit dem Iran und Russland zu decken. Insbesondere der nahezu zum Erliegen gekommene Tankerverkehr durch die Straße von Hormus stellte selbst für Chinas private Raffinerien, die unter Sanktionen stehen, aufgrund des US-Drucks ein Risiko dar. Aus diesem Grund ist bei diesen Ländern von Tag zu Tag ein deutlicher Rückgang der verfügbaren Lagerbestände zu beobachten.

Indiens Energieabhängigkeit macht die Lage noch fragiler. Indien, das sowohl Rohöl als auch das als Kochgas verwendete Flüssiggas zu einem großen Teil aus den Golfstaaten bezieht, versucht, die Versorgungslücke mit Tankern aus Russland zu schließen. Diese Lieferungen können dank einiger von den USA gewährter Ausnahmeregelungen teilweise fortgesetzt werden. Obwohl die Bestände in den Raffinerien kurzfristig ausreichend erscheinen, haben die steigenden Preise begonnen, die Raffinerien mit hohen Kosten zu belasten, und liegen deutlich über den Niveaus, die nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges zu beobachten waren.

Während der Bestand an russischem Öl, das im Februar auf See gelagert wurde, bei etwa 20 Millionen Barrel lag, fiel diese Zahl innerhalb weniger Wochen auf unter 5 Millionen Barrel; Experten gehen davon aus, dass der aktuelle Bestand bei etwa 3 Millionen Barrel liegen könnte. Zudem hatte Indien durch spezielle Abkommen mit dem Iran wichtige Vorteile beim sicheren Transport von Flüssiggas und anderen Produkten durch die Straße von Hormus erzielt. Nachdem jedoch kürzlich zwei indische Tanker angegriffen wurden, suchte die Regierung den diplomatischen Austausch mit dem Iran und verzichtete darauf, ihre leeren Tanker in den Golf zu schicken.

China ist trotz der Stärke seiner Energiereserven und -bestände von den globalen Preisanstiegen negativ betroffen. Obwohl China über staatliche Reserven von mehr als 1 Milliarde Barrel verfügt und daher kurzfristig entspannter wirkt, haben die staatlichen Raffinerien aufgrund steigender Kosten und sinkender Versorgung die Produktion gedrosselt.

Da der Export von iranischem Öl durch die Straße von Hormus aufgrund der amerikanischen Blockade immer schwieriger wird, sind einige private Raffinerien in China gezwungen, die Produktion aufgrund hoher Preise und begrenzter Lieferungen zu reduzieren. Die anhaltende Krise macht die großen Volkswirtschaften Asiens in Bezug auf ihre Energieressourcen noch verwundbarer.