Studie: Selbst bei einem Waffenstillstand im Gazastreifen werden mehr als 11.000 Menschen an Krankheiten sterben

Laut einer Studie von Universitäten in Großbritannien und den USA werden im Gazastreifen bis August selbst bei einem Waffenstillstand 11.580 Menschen an den Folgen von Epidemien, Krankheiten und Verletzungen sterben.

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Das London School of Hygiene & Tropical Medicine (Zentrum für Gesundheit in humanitären Krisen) und das Johns Hopkins Center for Humanitarian Health der USA haben einen Bericht veröffentlicht, der aufzeigt, wie sich die Lage im Gazastreifen in drei verschiedenen Szenarien entwickeln könnte.

Der Bericht, der auf den Szenarien eines Waffenstillstands, der Fortsetzung der aktuellen Angriffe sowie einer Eskalation der Gewalt basiert, liefert Prognosen zur Entwicklung der öffentlichen Gesundheit im Gazastreifen für den Zeitraum vom 7. Februar bis zum 6. August 2024.

EPIDEMIEN WERDEN DIE OPFERZAHLEN IN DIE HÖHE TREIBEN

Dem Bericht zufolge wird im Falle eines Waffenstillstands mit 6.550 Todesfällen durch die Auswirkungen des Krieges, übertragbare oder nicht übertragbare Krankheiten sowie Komplikationen bei der Mütter- und Neugeborenengesundheit gerechnet. Sollte die aktuelle Situation anhalten, wird die Zahl der Todesopfer auf 58.260 geschätzt, bei einer Verschärfung der Angriffe sogar auf 74.290.

Unter Berücksichtigung von Epidemien wird in dem Bericht prognostiziert, dass im Gazastreifen in den kommenden sechs Monaten (bis August) selbst bei einem Waffenstillstand 11.580 Menschen sterben werden. Bei einer Fortsetzung der aktuellen Lage wird die Zahl der Todesopfer auf 66.720 geschätzt, bei einer Eskalation der Gewalt auf 85.750.

Der Bericht geht davon aus, dass die meisten Todesfälle durch Epidemien auf Cholera, Kinderlähmung, Masern und Meningokokken-Meningitis zurückzuführen sein werden.

Während im Bericht betont wird, dass übertragbare Krankheiten der Hauptfaktor für Todesfälle bei einem Waffenstillstand wären, wird darauf hingewiesen, dass in der aktuellen Situation oder bei einer Eskalation der Gewalt die Infektion von Verletzten mit übertragbaren Krankheiten zu einer hohen Zahl an Todesfällen führen könnte.

34 PROZENT WERDEN KINDER SEIN

Es wurde festgehalten, dass selbst im besten Szenario die Zeit, die für die Verbesserung der Wasserversorgung, der medizinischen Versorgung, der Ernährung und der Unterbringungsbedingungen benötigt wird, zu einem Anstieg der Todesfälle führen wird. Laut dem Bericht werden 34 Prozent der Verstorbenen in den kommenden sechs Monaten Kinder im Alter von 0 bis 15 Jahren sein, 57 Prozent werden Männer sein. Zudem wird in allen Szenarien ein Anstieg bei Müttersterblichkeit, Neugeborenensterblichkeit und Totgeburten prognostiziert.