Südkorea gibt bekannt: Großes Amphibienmanöver mit den USA wegen des Iran-Krieges abgesagt

Seoul teilte mit, die USA hätten erklärt, aufgrund von Truppenbeschränkungen im Nahen Osten nicht an der für nächsten Monat geplanten Ssangyong-Amphibienübung teilnehmen zu können.

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Südkorea hat die Absage des für nächsten Monat geplanten großangelegten gemeinsamen Amphibienmanövers mit den USA bekannt gegeben. Die Regierung in Seoul begründete die Entscheidung mit den Truppenbeschränkungen, mit denen die USA aufgrund des andauernden Iran-Krieges im Nahen Osten konfrontiert sind.

Der Sprecher des südkoreanischen Marinekorps, Han Seung-jeon, erklärte auf einer Pressekonferenz, dass das US-Marinekorps seine südkoreanischen Amtskollegen bereits im Juni offiziell darüber informiert habe.

Das US-Marinekorps hat unsere Einheiten im Juni offiziell darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Kapazitäten für eine Teilnahme an der diesjährigen Ssangyong-Übung aufgrund der Lage im Nahen Osten begrenzt sind.

— Han Seung-jeon
Die südkoreanische Flagge.

Han gab an, dass Gespräche zwischen Seoul und Washington über eine Wiederaufnahme der Ssangyong-Übung andauerten, nannte jedoch keine weiteren Details. Vom Pentagon gab es bislang keine Stellungnahme zu dem Thema.

Die alle zwei Jahre stattfindende Ssangyong-Übung gilt als eine der umfassendsten Amphibienübungen unter Beteiligung der südkoreanischen und US-amerikanischen Marineinfanterie. Im Rahmen des Manövers werden Landungsszenarien getestet, an denen Kriegsschiffe, Flugzeuge und Bodentruppen beteiligt sind.

Südkoreanische Soldaten bei einer Parade.

TRUMP HATTE MANÖVERDAUER VERKÜRZT

Die Absage erfolgt, nachdem US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche die Dauer des jährlichen Ulchi Freedom Shield-Manövers von 11 auf 5 Tage verkürzt hatte. Trump begründete dies mit den hohen Kosten und argumentierte, dass solche Übungen eine „unangemessene und feindselige“ Botschaft an Nordkorea senden würden.

Trumps Entscheidung wird mit seinen Bemühungen in Verbindung gebracht, den Dialog wiederzubeleben, den er während seiner ersten Amtszeit mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un aufgebaut hatte. Trump betonte in einer Erklärung in der vergangenen Woche, dass es wichtig sei, „gut miteinander auszukommen“, und behauptete, dass Pjöngjang über 57 „sehr starke“ Atomwaffen verfüge.

Die Behörden in Seoul schätzen die Anzahl der nordkoreanischen Atomwaffen hingegen auf 80 bis 120. Trump und Kim trafen sich während Trumps erster Amtszeit dreimal; der Gipfel in Hanoi im Jahr 2019 endete jedoch ohne eine Einigung über die Denuklearisierung.