Südkoreas Präsident Yoon freigelassen: Staatsanwaltschaft legte keinen Einspruch ein
Der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol, dessen Befugnisse aufgrund des von ihm verhängten Kriegsrechts ausgesetzt wurden und der daraufhin festgenommen worden war, wurde nach der Annahme seines Einspruchs durch das Gericht freigelassen. Nach seiner Entlassung dankte Yoon seinen Unterstützern und dem Gericht.
İHA
Präsident Yoon Suk Yeol hatte am 3. Dezember unter dem Vorwurf, die Opposition betreibe staatsfeindliche Aktivitäten, das Kriegsrecht verhängt, woraufhin die Nationalversammlung ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn eingeleitet hatte. Yoon, der am 15. Januar festgenommen und zur Aussage gebracht wurde, war der erste südkoreanische Präsident, der vor Abschluss des Amtsenthebungsverfahrens inhaftiert wurde.
Das Bezirksgericht Seoul akzeptierte gestern seinen Einspruch gegen die Inhaftierung. Die Staatsanwaltschaft legte gegen die Gerichtsentscheidung keinen Einspruch ein und wies die Freilassung von Yoon an. Nach der Entscheidung wurde Yoon aus dem Gewahrsam entlassen.
Nach 52 Tagen in Haft erlangte Yoon seine Freiheit zurück und erreichte gegen 18.15 Uhr Ortszeit seine offizielle Residenz im Stadtteil Hannam-dong in Seoul. Nachdem er die dort wartenden Unterstützer kurz begrüßt hatte, begab er sich in sein Wohnhaus.
WIRD ER IN SEIN AMT ZURÜCKKEHREN?
In einer schriftlichen Erklärung, die er nach seiner Freilassung über sein Anwaltsteam veröffentlichte, sagte Yoon: „Ich bin dem Bezirksgericht Seoul für seinen Mut und seine Entschlossenheit dankbar, diese rechtswidrige Situation korrigiert zu haben.“
Yoon wandte sich auch an seine Unterstützer und sagte: „Ich spreche den Bürgern und der jungen Generation, die trotz der Kälte an meiner Seite standen, meinen tiefsten Dank aus.“ Yoon dankte zudem der regierenden Partei der Volksmacht (People Power Party) und allen, die ihn unterstützt haben.
Es wurde bekannt, dass das Verfassungsgericht noch in diesem Monat eine endgültige Entscheidung darüber treffen wird, ob Yoon seines Amtes enthoben wird. Yoons politische Zukunft hängt von der Entscheidung des Gerichts ab.