Taliban-Maßnahme gegen „bartlose Männer“: 281 Sicherheitskräfte entlassen
Die Taliban gaben bekannt, dass im vergangenen Jahr 281 Männer aus den Sicherheitskräften entlassen wurden, weil sie keinen Bart trugen. Zudem seien mehr als 21.000 Musikinstrumente zerstört worden.
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Nachdem die Taliban 2021 nach 20 Jahren die Macht in Afghanistan zurückerobert haben, gaben sie nun bekannt, dass im letzten Jahr 281 Sicherheitskräfte entlassen wurden, weil sie keinen Bart trugen. Zudem seien mehr als 13.000 Personen wegen „unmoralischen Verhaltens“ festgenommen worden. Das Ministerium für die Förderung der Tugend und die Verhinderung des Lasters erklärte, dass etwa die Hälfte der Festgenommenen innerhalb von 24 Stunden wieder freigelassen wurde, machte jedoch keine detaillierten Angaben zu den Vorwürfen oder dem Geschlecht der Betroffenen.
BARTLOSIGKEIT FESTGESTELLT
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, erklärte Mohibullah Mokhlis, Direktor für Planung und Gesetzgebung des Ministeriums, auf einer Pressekonferenz, dass im vergangenen Jahr zudem 21.328 Musikinstrumente zerstört wurden. Zudem habe man Tausende Computerbetreiber daran gehindert, „unmoralische und unethische“ Filme zu verkaufen. Die 281 Männer, bei denen festgestellt wurde, dass sie keinen Bart trugen, wurden aus den Sicherheitskräften entlassen.
In den drei Jahren seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan stehen insbesondere die Frauenrechte, aber auch die Menschenrechte und die Meinungsfreiheit unter massivem Druck. Die UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) hatte zuvor berichtet, dass Ministeriumsmitarbeiter Frauen anhielten und festnahmen, weil sie angeblich nicht den islamischen Kleidungsvorschriften entsprachen. Ein Taliban-Vertreter wies diese Vorwürfe als „haltlos“ zurück und behauptete, die Regeln seien lediglich die Umsetzung ihrer Auslegung des islamischen Rechts und afghanischer Traditionen.
„ARBEIT AN NEUEM PLAN“
Das Ministerium für die Förderung der Tugend und die Verhinderung des Lasters machte keine Angaben dazu, wie viele Frauen aufgrund der Kleidungsvorschriften oder des Verbots, ohne männliche Begleitung zu reisen, sanktioniert wurden. Der Beamte teilte jedoch mit, dass an einem „neuen Plan“ gearbeitet werde, um die Einhaltung der genannten Regeln und Verbote sicherzustellen.