Teherans strategische Reserven auf kritischem Niveau
Der Exportstopp aufgrund der US-Blockade in der Straße von Hormus hat dazu geführt, dass sich die iranischen Ölreserven rapide füllen; um die Produktion aufrechtzuerhalten, werden nun ungewöhnliche Alternativen in Betracht gezogen.
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Nach der von den Vereinigten Staaten verhängten Blockade in der Straße von Hormus ist der Rohölexport des Iran weitgehend zum Erliegen gekommen. Da der Tankerverkehr nahezu zum Stillstand gekommen ist, sieht sich die Regierung in Teheran mit dem Risiko konfrontiert, dass ihre Lagerkapazitäten in Kürze erschöpft sein werden, und ergreift neue Maßnahmen, um die Produktion fortzusetzen.
Da die Ansammlung von Öl in den Bohrlöchern das Risiko von Infrastrukturschäden erhöht, hat der Iran zuvor stillgelegte Lageranlagen und ungenutzte Tanker wieder in Betrieb genommen. Informationen aus dem Energiesektor zufolge hat der Staat begonnen, alte Silos und Tankschiffe für die Notlagerung zu nutzen. Es wird jedoch erwartet, dass auch diese Kapazitäten in Kürze erschöpft sein werden.
Energieanalysten geben an, dass die Lagerkapazitäten des Iran in weniger als zwei Wochen erschöpft sein werden. Einige Prognosen gehen sogar davon aus, dass die derzeitigen Lagerflächen bereits in wenigen Tagen ihre volle Kapazität erreichen werden. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass das im Untergrund verbleibende Öl dazu führen könnte, dass Bohrlöcher geschlossen werden müssen und eine Wiederaufnahme der Produktion mit hohen Kosten verbunden wäre.
Um Produktionsunterbrechungen zu vermeiden, werden alternative Methoden diskutiert. Teheran plant, Rohöl direkt per Eisenbahn nach China zu transportieren. Die Behörden haben zudem alte Lagerstätten in strategischen südlichen Regionen wie Ahvaz und Asaluye wieder für die Nutzung freigegeben. Experten warnen jedoch, dass der Transport per Straße und Schiene im Vergleich zum Seetransport kostspielig und langsam sei. Es bleibt zudem unklar, wie chinesische Raffinerien auf diese Methode reagieren werden.
Ein unkontrollierter Anstieg der Ölmenge in den Bohrlöchern könnte zu deren vollständiger Schließung führen; die Kosten für die Wiederinbetriebnahme jedes einzelnen Bohrlochs könnten sich auf bis zu 200.000 Dollar belaufen. Zudem wird betont, dass derartige Unterbrechungen in Ölfeldern mit niedrigem Druck voraussichtlich zu dauerhaften Schäden führen werden.
Daten zufolge sank die tägliche Ölverladung des Iran aufgrund der Krise in der Straße von Hormus von 2,1 Millionen Barrel Anfang April auf 567.000 Barrel Mitte des Monats. Dieser Rückgang hat nicht nur die regionalen, sondern auch die globalen Energiemärkte beeinflusst. Am Montag stieg der Preis für ein Barrel Brent-Öl um 3 Prozent auf 108 Dollar und setzte damit die internationalen Märkte unter Druck. Während die Kosten für Kraftstoffe und Kerosin steigen, wächst die finanzielle Belastung für Verbraucher und die Geschäftswelt weiter.
Die derzeitige Lagerkapazität des Iran wird auf etwa 95 Millionen Barrel geschätzt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass aufgrund technischer und operativer Einschränkungen nicht die gesamte Kapazität genutzt werden kann und Sicherheitsgrenzen eingehalten werden müssen. Dies zwingt das Land dazu, schnelle und dauerhafte Lösungen zu finden, um aus der aktuellen Krise herauszukommen.