Terrororganisation SDF aufgelöst: Mazlum Abdi zieht nach Damaskus

Quellen, die gegenüber Al Arabiya sprachen, behaupteten, dass Abdi, der zum Berater des Präsidenten ernannt wurde, eine auf die Kurdenfrage begrenzte Rolle übernehmen werde.

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Nach der Ankündigung der Auflösung der SDF in Syrien sind Details zur neuen Rolle von Mazlum Abdi bekannt geworden, der zum Berater des Präsidenten ernannt wurde. Eine Abdi nahestehende Quelle, die gegenüber Al Arabiya sprach, behauptete, dass Abdi plane, in den kommenden Wochen Al-Hasaka zu verlassen und dauerhaft nach Damaskus zu ziehen.

Dem Bericht zufolge hat Abdi, der durch ein Dekret des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed Schara vor wenigen Tagen ernannt wurde, sein Amt noch nicht offiziell angetreten. Es wurde darauf hingewiesen, dass Abdi sich derzeit noch in einem Stützpunkt der von den USA geführten internationalen Koalition in Al-Hasaka aufhält, wo er sich seit langem befindet.

Quellen berichteten, dass vor Abdis Umzug nach Damaskus der Abschluss einiger Themen vor Ort erwartet werde. Zu diesen Dossiers gehören die Rückkehr vertriebener Kurden in ihre Städte sowie die Übergabe der schweren Waffen, die sich noch im Besitz der aufgelösten SDF befinden, an die syrische Armee.

UMFANG DER NEUEN AUFGABE

Im Dekret von Ahmed Schara wurden keine Details zu den Aufgaben und Befugnissen von Abdi genannt. Eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle behauptete jedoch, dass Abdis Rolle auf die „Verwaltung der Kurdenfrage innerhalb und außerhalb Syriens“ beschränkt sein werde.

In diesem Rahmen wurde erklärt, dass Abdi die Arbeit der Verfassungs- und Rechtskommissionen verfolgen werde, deren Gründung für die kommende Zeit geplant ist. Es wird erwartet, dass in diesen Kommissionen der Status der Kurden in der syrischen Verfassung erörtert wird. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass Abdi eine Rolle bei der Koordinierung der Kontakte zu kurdischen Akteuren außerhalb Syriens übernehmen könnte.

Der Bericht enthielt auch eine bemerkenswerte Behauptung in Bezug auf die Türkei. Eine der syrischen Regierung nahestehende Quelle behauptete, dass geplant sei, den Namen von Mazlum Abdi von den Terrorlisten Ankaras zu streichen. Derselbe Quelle zufolge setzt die Regierung in Damaskus ihre Kontakte mit Ankara zu diesem Thema über das Außenministerium fort.

Im Bericht von Al Arabiya wurde zudem behauptet, dass Siban Hamo, der zuvor innerhalb der SDF tätig war und anschließend zum stellvertretenden syrischen Verteidigungsminister ernannt wurde, ebenfalls von der Terrorliste der Türkei gestrichen worden sei.

Auch die Änderungen in Abdis Social-Media-Profil wurden als Anzeichen für die neue Ära gewertet. Dem Bericht zufolge entfernte Abdi die SDF-Flagge aus dem Titelbild seines X-Accounts, änderte seine Berufsbezeichnung in seinem Profil von „SDF-Kommandeur“ in „Berater des syrischen Präsidenten“ und verwendete zum ersten Mal ein Profilfoto in Zivilkleidung.

Mazlum Abdi hatte Ende August auf einer Pressekonferenz im Volkspalast in Damaskus die Auflösung der SDF, der sogenannten „Autonomen Verwaltung der Kurden“ sowie der damit verbundenen militärischen und zivilen Strukturen erklärt. Abdi hatte angekündigt, dass diese Strukturen vollständig in die staatlichen Institutionen Syriens integriert werden würden.