Trumps Sanktionsdrohung gegen Iran lässt Ölpreis steigen; Bessent hält Marktreaktion für „Fehlinterpretation“

Nach der Ankündigung der Trump-Regierung, die „härtesten Sanktionen“ gegen den Iran zu verhängen, stieg der Preis für Brent-Öl auf 94,71 Dollar. China erklärte unterdessen, dass Druck und Sanktionen keine Lösung seien.

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Nachdem US-Präsident Donald Trump mit der „vernichtendsten wirtschaftlichen Operation, die jemals gegen ein Land durchgeführt wurde“ gegen den Iran gedroht hatte, stieg die Spannung an den Ölmärkten. Nach den Äußerungen legten die Ölpreise im frühen Handel um über 3 Prozent zu, wobei Brent-Öl im Tagesverlauf bis auf 94,71 Dollar kletterte.

US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, Washington bereite sich darauf vor, „die schwersten Sanktionen der Geschichte“ gegen den Iran zu verhängen. Bessent kündigte an, dass Trump die Details zu diesem Thema auf einer Pressekonferenz am Montag bekannt geben werde.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind zu einem der Hauptthemen der Volatilität an den Ölmärkten geworden.

BESSENT: MÄRKTE HABEN ES FALSCH INTERPRETIERT

Gegenüber CNBC vertrat Bessent die Ansicht, dass der wirtschaftliche Druck auf den Iran die Wahrscheinlichkeit eines militärischen Eingreifens verringere. Bessent zeigte sich überrascht über den Anstieg der Ölpreise und sagte: „Ich denke, die Ölmärkte interpretieren die Bedeutung dieses wirtschaftlichen Drucks falsch.“

Bessent fügte hinzu: „Wir verfügen über asymmetrische Informationen und ich bin mir nicht sicher, warum der Ölpreis aufgrund dieser Entwicklung gestiegen ist.“ Der US-Finanzminister betonte: „Wenn wir maximalen wirtschaftlichen Druck ausüben, bedeutet dies, dass ein groß angelegter militärischer Eingriff wahrscheinlich nicht stattfinden wird.“

Bessent rief zudem China, einen der größten Handelspartner des Iran, zur Zusammenarbeit mit den USA auf. Er wies auf den Anteil Chinas an der Energieversorgung aus der Golfregion hin und sagte, dass „jeder“ wolle, dass die Energiepreise wieder sinken.

Die Regierung in Washington hat angekündigt, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran zu erhöhen.

REAKTION AUS CHINA AUF SANKTIONEN

Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington betonte in Reaktion auf Bessents Äußerungen, dass Sanktionen keine Lösung brächten. Der Sprecher erklärte: „In Bezug auf die Iran-Frage helfen Sanktionen und Druck nicht bei der Lösung des Problems. China fordert die betroffenen Parteien auf, verantwortungsvolle Schritte zu unternehmen und die Angelegenheit auf politischem und diplomatischem Wege zu lösen.“

Laut Daten der Analysefirma Kpler aus dem Jahr 2025 kauft China mehr als 80 Prozent des auf dem Seeweg exportierten iranischen Öls. Daher ist die Frage, ob Washington Peking aufgrund des Handels mit dem Iran ins Visier nehmen wird, sowohl für die Energiemärkte als auch für die Beziehungen zwischen den USA und China ein kritisches Thema.

Auf iranischer Seite werden unterdessen Rufe nach wirtschaftlicher Vorbereitung auf die neue Sanktionsdrohung der USA laut. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sagte bei einem Treffen mit iranischen und irakischen Geschäftsleuten in Bagdad, dass eine „Planung gegen ungerechte Sanktionen“ erforderlich sei.

Ghalibaf erklärte, dass der Handel in nationalen Währungen möglich sei und dass Sicherheit und Wirtschaft sich gegenseitig ergänzten. Der iranische Funktionär betonte, dass militärische Stärke allein keine Nachhaltigkeit garantiere, sondern auch wirtschaftliches Wachstum und die heimische Produktion entscheidend seien.