Ukrainer in Deutschland verlieren Status als Kriegsflüchtlinge

Die Koalitionspartner in Deutschland, die Unionsparteien (CDU/CSU) und die Sozialdemokratische Partei (SPD), haben Ukrainer, die aufgrund des Russland-Krieges nach Deutschland gekommen sind, aus dem Status der Kriegsflüchtlinge entlassen.

İHA

Die monatelangen Diskussionen über das Bürgergeld, das unter bestimmten Bedingungen an einkommensschwache Personen gezahlt wird und das Ukrainer, die nach dem Russland-Krieg ins Land kamen, ohne Anerkennung eines Asylstatus und bedingungslos erhielten, sind beendet.

Wie aus Berichten in den deutschen Medien hervorgeht, haben sich die Partner der Koalitionsregierung unter der Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz, die Unionsparteien (CDU/CSU) und die Sozialdemokratische Partei (SPD), in ihrem letzten Treffen darauf geeinigt, dass alle Ukrainer, die nach dem 1. April 2025 nach Deutschland kommen, den Status als Kriegsflüchtlinge verlieren.

Alle Ukrainer, die nach diesem Datum nach Deutschland einreisen, werden als Asylbewerber eingestuft und erhalten geringere Sozialleistungen. Damit enden die hohen Zahlungen und Vorteile, die seit Februar 2022 im Rahmen des Kriegsflüchtlingsstatus an aus der Ukraine eingereiste Personen gezahlt wurden. Gemäß der Neuregelung, die ab dem 1. April 2025 in Kraft tritt, werden Ukrainer künftig Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. So wird ein Ukrainer, der bisher 563 Euro Bürgergeld erhielt, künftig 441 Euro im Rahmen der Asylbewerberleistungen erhalten.

EINSTUFUNG ALS ASYLBEWERBER

Nach Beginn des Krieges mit Russland am 24. Februar 2022 kamen etwa 1 Million 302 Tausend Ukrainer nach Deutschland. Deutschland gewährte Ukrainern ohne Anerkennung eines Asylstatus und ohne Wartezeit direkt das Recht auf Arbeit und Sozialhilfe. In diesem Rahmen wurden für einen alleinstehenden Ukrainer monatlich 563 Euro Bürgergeld gezahlt, zudem wurden sämtliche Kosten für Miete und Heizung vom Staat übernommen. Mit der neuen Regelung erhält ein alleinstehender Ukrainer im Rahmen der Asylbewerberleistungen 441 Euro, für sonstige Ausgaben wie Unterkunft werden etwa 180 Euro gezahlt. Auch die medizinische Versorgung für Ukrainer wird auf das Niveau der Grundleistungen eingeschränkt.

'BÜRGERGELD' HATTE FÜR REAKTIONEN GESORGT

Mit der als Reform bezeichneten Regelung möchte die deutsche Regierung Ukrainer, die zwar nach Deutschland gekommen sind, aber trotz Arbeitsfähigkeit aufgrund der gewährten Sozialleistungen nicht arbeiten, zur Arbeitssuche motivieren. Daten zufolge waren von den 1,3 Millionen Ukrainern in Deutschland 550 Tausend trotz Arbeitsfähigkeit nicht erwerbstätig. Für das Bürgergeld, das unter bestimmten Bedingungen an einkommensschwache Personen in Deutschland gezahlt wird, wurden im Jahr 2024 46,9 Milliarden Euro aus der Staatskasse ausgegeben. Es wurde bekannt gegeben, dass 6,4 Milliarden Euro davon an Ukrainer gezahlt wurden. Dass jedoch mehr als die Hälfte der Gesamtausgaben an Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, darunter auch Ukrainer, floss und die Kosten stetig stiegen, hatte sowohl bei den Koalitionspartnern als auch in der Öffentlichkeit lange Zeit für Reaktionen und Diskussionen gesorgt. Die wachsende Haushaltsbelastung Deutschlands und der gesellschaftliche Druck hatten die Koalitionspartner zu einer Neuregelung gezwungen.