Umfrage in Deutschland: 70 Prozent der Befragten trauen der Armee die Verteidigung des Landes nicht zu

Laut einer YouGov-Umfrage glauben 70 Prozent der Befragten in Deutschland nicht, dass die Armee das Land im Falle eines Angriffs schützen könnte.

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Eine neue Umfrage in Deutschland hat ergeben, dass ein bedeutender Teil der Bevölkerung kein Vertrauen in die Verteidigungsfähigkeit des Landes hat. Laut der von YouGov zwischen dem 17. Juni und dem 1. Juli unter 2.079 Erwachsenen durchgeführten Studie glauben 70 Prozent der Teilnehmer nicht, dass die deutsche Armee stark genug ist, um das Land bei einem möglichen Angriff zu schützen.

Der Anteil derjenigen, die angaben, der Armee zu vertrauen, lag bei lediglich 21 Prozent. 8 Prozent der Befragten äußerten sich nicht zu diesem Thema. Es wurde darauf hingewiesen, dass Deutschland unter den in die Studie einbezogenen Ländern dasjenige ist, in dem das Vertrauen in die eigene Armee am niedrigsten ist.

Auch bei den Verteidigungsausgaben zeigt sich in der Öffentlichkeit ein deutliches Dilemma. Während 40 Prozent der Befragten das Verteidigungsbudget Deutschlands als unzureichend empfinden, sprachen sich 77 Prozent gegen Steuererhöhungen zur Deckung steigender Verteidigungsausgaben aus.

62 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, keine Kürzungen bei öffentlichen Dienstleistungen zur Aufstockung des Verteidigungshaushalts zu wünschen, während 59 Prozent eine stärkere Verschuldung der Regierung ablehnten.

BERLIN WILL VERTEIDIGUNGSKAPAZITÄT ERHÖHEN

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 hat Deutschland das Ziel höherer Ausgaben und einer größeren Armee in seiner Verteidigungspolitik in den Vordergrund gestellt. Die Berliner Regierung plant, die Verteidigungsausgaben, die im vergangenen Jahr 86 Milliarden Euro betrugen, bis 2029 auf 153 Milliarden Euro zu erhöhen.

Deutschland strebt zudem an, die Zahl der aktiven Soldaten bis 2035 von 184.000 auf 260.000 und die Zahl der Reservisten auf 200.000 zu steigern. Es wird jedoch eingeschätzt, dass das Erreichen dieser Ziele nicht einfach sein wird.

In dem Land, das die Wehrpflicht 2011 ausgesetzt hat, wird auch eine Wiedereinführung der Praxis diskutiert. Während insbesondere unter jungen Menschen Vorbehalte gegen die Wehrpflicht bestehen, setzt sich die Debatte über die Erhöhung des Verteidigungsbudgets im Spannungsfeld zwischen Sicherheitsbedenken, Sozialausgaben und wirtschaftlichen Problemen fort.