UN entsendet Team zur Bestandsaufnahme ins Al-Schifa-Krankenhaus

Die Vereinten Nationen (UN) haben mitgeteilt, dass sie nach dem israelischen Überfall auf das Al-Schifa-Krankenhaus im Gazastreifen eine Mission zur Untersuchung der Lage entsenden werden.

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Israelische Streitkräfte haben sich 14 Tage nach der Besetzung des größten Gesundheitskomplexes im Gazastreifen, dem Al-Schifa-Krankenhaus, zurückgezogen und dabei Dutzende Tote hinterlassen. Durch die Besatzung wurden viele Teile des Komplexes dem Erdboden gleichgemacht, während andere Gebäude schwer beschädigt wurden.

Die Vereinten Nationen (UN) haben mitgeteilt, dass sie nach dem israelischen Überfall auf das Al-Schifa-Krankenhaus im Gazastreifen eine Mission zur Untersuchung der Lage entsenden werden.

UN-Sprecher Stephane Dujarric beantwortete während der täglichen Pressekonferenz die Fragen von Journalisten.

Dujarric erklärte, man habe die Berichte über den Abzug Israels aus dem Krankenhaus zur Kenntnis genommen und seine Kollegen warteten nun auf die notwendigen Sicherheitsgarantien, um die Mission zu beginnen.

Dujarric merkte an, dass die zu entsendende Mission darauf abziele, Klarheit über die Geschehnisse während des israelischen Überfalls zu schaffen und eine Bestandsaufnahme der Lage vorzunehmen.

Unter Hinweis auf die Ausführungen des Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, wonach die Lage katastrophal sei, erklärte Dujarric, dass das Team so bald wie möglich in die Region reisen werde.

ÜBERFALL AUF DAS AL-SCHIFA-KRANKENHAUS

Die israelische Armee hatte in den frühen Morgenstunden des 18. März einen Überfall auf das Al-Schifa-Krankenhaus im Westen der Stadt Gaza verübt, in dem mehr als 7.000 Patienten und vertriebene Palästinenser Zuflucht gesucht hatten, und das Gelände, in dem die vertriebenen Palästinenser untergebracht waren, eingekesselt.

Die Regierung in Gaza hatte bekannt gegeben, dass die israelischen Streitkräfte im Al-Schifa-Krankenhaus und dessen Umgebung mehr als 400 Palästinenser getötet, über 900 festgenommen und 1.050 Häuser zerstört hätten.

Die israelische Armee hingegen behauptete, während des zweiwöchigen Einsatzes 200 Palästinenser getötet und über 500 festgenommen zu haben.

Augenzeugen berichteten gestern, dass sich die israelischen Soldaten vollständig vom Gelände des Al-Schifa-Krankenhauses und dessen Umgebung zurückgezogen hätten.

Die Zeugen gaben an, dass die israelischen Streitkräfte vor ihrem Abzug alle Gebäude des Al-Schifa-Krankenhauses niedergebrannt und vollständig außer Betrieb gesetzt hätten; sie hätten die Stockwerke und Räume des Chirurgiegebäudes komplett zerstört, den Rest niedergebrannt sowie das Hauptempfangsgebäude und die Notaufnahme in Brand gesteckt und sämtliche medizinischen Hilfsgüter darin vernichtet.

Die israelische Armee hatte bereits am 15. November 2023 das Al-Schifa-Krankenhaus, das größte Krankenhaus im Gazastreifen, mit der Behauptung überfallen, dort Tunnel und Waffenlager gefunden zu haben. Nachdem sie das Krankenhaus außer Betrieb gesetzt und schwer beschädigt hatte, konnte sie jedoch keine Beweise zur Untermauerung ihrer Behauptungen vorlegen.