UN: Mehr Trümmer im Gazastreifen als in der Ukraine
Während die Angriffe Israels auf den seit dem 7. Oktober blockierten Gazastreifen andauern, erreichen die Welt weiterhin erschütternde Berichte aus der Region. Der UN-Minenräumdienst (UNMAS) hat auf das Ausmaß der Trümmer aufmerksam gemacht, die durch die seit dem 7. Oktober 2023 andauernden israelischen Angriffe auf Gaza entstanden sind.
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UNMAS schätzt, dass sich bis Mitte April im Gazastreifen insgesamt 37 Millionen Tonnen Trümmer angesammelt haben, was 300 Kilogramm pro Quadratmeter entspricht.
Mungo Birch, Leiter des UNMAS-Programms für die palästinensischen Gebiete, erklärte: „In Gaza gibt es mehr Trümmer als in der Ukraine.
Um dies ins Verhältnis zu setzen: Die Frontlinie in der Ukraine ist etwa 1000 Kilometer lang, während Gaza nur 40 Kilometer lang ist.“
ASBESTGEFAHR
Birch wies darauf hin, dass die Gefahr bei den Aufräumarbeiten im Gazastreifen nicht nur auf nicht explodierte Kampfmittel beschränkt sei, sondern auch die Möglichkeit einer Exposition gegenüber giftigen Stoffen wie Asbest bestehe.
Birch schätzt, dass sich über 800.000 Tonnen Asbest im Schutt von Gaza befinden, und teilte die Einschätzung: „Dieser Schutt ist höchstwahrscheinlich stark mit nicht explodierten Kampfmitteln kontaminiert, aber aufgrund anderer Gefahren im Schutt wird die Beseitigung noch komplexer sein.“
RESSOURCEN FÜR DIE SÄUBERUNG VON GAZA GESUCHT
Birch betonte, dass man Maßnahmen gegen nicht explodierte Kampfmittel und krebserregende Chemikalien ergreifen werde. Er erklärte, dass man derzeit 5 Millionen Dollar an Mitteln für die Säuberung von Gaza gefunden habe, jedoch für die nächsten 12 Monate 40 Millionen Dollar und für eine vollständige Säuberung, die für die Bevölkerung von Gaza sicher wäre, mehr als 100 Millionen Dollar benötigt würden.
Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums sind seit dem 7. Oktober durch die anhaltenden Angriffe Israels auf Gaza bisher fast 35.000 Palästinenser ums Leben gekommen. Etwa 70 Prozent davon sind Frauen und Kinder.